Magdeburg (SID) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat dem deutschen Sport im Zuge der Spitzensportreform mehr Geld in Aussicht gestellt. "Wenn das Konzept fertig ist, werde ich mich dafür einsetzen, dass der Sportetat substanziell und dauerhaft erhöht wird, damit die Reform erfolgreich sein wird", sagte de Maizière in einer Videobotschaft an die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Magdeburg.

Der für den Sport zuständige Innenminister ließ sich in Magdeburg von seinem Staatssekretär Hans-Georg Engelke vertreten, weil er bei der Beerdigung des ehemaligen Bundestags-Vizepräsidenten Peter Hintze in Bad Honnef weilte.

"Diese Reform war ein hartes Stück Arbeit. Es hat manchmal geknirscht, aber ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Dass eine Reform notwendig ist, bestreitet niemand", sagte de Maizière. Der CDU-Politiker betonte: "Es geht darum, erfolgreich zu sein, aber fair und sauber." 

In der Umsetzung kündigte er "Transparenz, keine Willkür" an. Er hob hervor, dass bei aller Erfolgsorientierung auch Verbände mit wenig Potenzial nicht leer ausgehen sollen: "Wir sind in Gesprächen über eine Basisförderung."

Kritik an dem viel diskutierten Potenzialanalysesystem "PotAs" zerstreute Engelke: "Es sind immer die Menschen, die die Entscheidungen treffen werden." Das gesamte Fördersystem solle "auf Athleten und Trainer" ausgerichtet werden. Konkrete Zuschusszusagen machten weder de Maizière noch Engelke. "Gebt uns eine berechenbare Grundlage, damit wir das nachvollziehen können. Wir sind dem Steuerzahler verpflichtet", sagte Engelke in Richtung der DOSB-Mitglieder.

Die Reform war von DOSB und Bundesinnenministerium in jahrelanger Vorarbeit entwickelt worden. Das Konzept sieht im Grundsatz vor, dass aussichtsreiche Verbände und Disziplinen mehr, eher perspektivlose weniger Geld erhalten. 

Da viele Punkte der Reform im Detail noch ebenso unklar sind wie deren Finanzierung, enthält der Beschlussvorschlag Einschränkungen: Das Konzept mache "zugleich deutlich, dass es einer Fortschreibung der Inhalte sowie einer Weiterentwicklung und Spezifizierung der Maßnahmen bedarf", heißt es in dem Beschluss. Die Jahre 2017 und 2018 sollen "Übergangsjahre" zur Einführung der Reform sein.