Köln (SID) - Vorgezogene Bescherung für Eintracht Braunschweig: Die Niedersachsen haben am Sonntag auf dem Sofa den Gewinn der Herbstmeisterschaft der 2. Fußball-Bundesliga gefeiert. Die Braunschweiger profitierten von den Patzern der Konkurrenz am letzten Hinrunden-Spieltag. Die Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart und Hannover 96 schafften es nicht, an der Eintracht vorbeizuziehen.

Die erschreckend schwachen Schwaben (32 Punkte) unterlagen 0:3 (0:2) beim Aufsteiger Würzburger Kickers. Kaum besser waren die punktgleichen Hannoveraner, die mit dem 0:0 gegen den SV Sandhausen noch gut bedient waren - immerhin überwintert 96 dank der besseren Tordifferenz auf Platz zwei.

"Da brauchen wir nicht drumherumzureden. Das war sehr, sehr schwach von uns. Würzburg war in allen Belangen besser. Wir haben ein gruseliges Spiel gemacht", sagte VfB-Trainer Hannes Wolf bei Sky: "Das müssen wir aufarbeiten. So können wir nicht spielen. Ich will keine Alibis suchen. Das ist nicht gut genug."

Lange Gesichter gab es auch in Hannover. "Wir sind natürlich enttäuscht, denn wir hätten die drei Punkte gerne hier behalten", äußerte 96-Coach Daniel Stendel: "Aber wir stehen nach 17 Spieltagen auf Platz zwei. Wenn das nach 34 Spielen auch so ist, haben wir unser Ziel erreicht."

Und so freuten sich die Braunschweiger (34) trotz ihrer mäßigen Vorstellung am Samstag beim 0:0 beim Karlsruher SC. Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht hatte die Entwicklung offenbar geahnt. "Die Leistung spiegelt nicht die hervorragende Hinrunde wider. Wir können mit dem Unentschieden leben", sagte der Coach nach dem Spiel beim KSC. Die Rückrunde der 2. Liga startet am 27. Januar - mit Spitzenreiter Braunschweig.

Auf Platz vier hinter dem Spitzentrio liegt das Überraschungsteam des 1. FC Heidenheim (1:1 bei 1860 München) mit 29 Punkten vor Union Berlin (1:1 gegen die SpVgg Greuther Fürth) mit 28 Zählern.

Am anderen Ende der Tabelle bleibt der FC St. Pauli weiter das Schlusslicht. Die Hamburger (11 Punkte) blieben zwar zum dritten Mal in Folge ungeschlagen, haben aber den nächsten Befreiungsschlag verpasst. Die Kiezkicker trennten sich 1:1 (0:1) vom VfL Bochum und überwintern auf dem letzten Platz. 

Das Spiel wurde durch die schwere Verletzung von Daniel Buballa überschattet. Der Linksverteidiger der Hamburger prallte mit Bochums Torhüter Manuel Riemann zusammen und wurde mit einem Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus eingeliefert.

Auf dem vorletzten Platz liegt Erzgebirge Aue (13 Zähler). Der Aufsteiger trennte sich 0:0 von Fortuna Düsseldorf und blieb damit zum achten Mal in Folge sieglos. Drittletzter ist Arminia Bielefeld. Die Ostwestfalen unterlagen Aufsteiger Dynamo Dresden mit 1:2 (0:1).

Prekär bleibt die Lage im Keller auch bei den Löwen (16 Punkte). Immerhin haben die Münchner am Sonntag den Portugiesen Vitor Pereira als neuen Trainer verpflichtet. Der Vertrag mit dem 48-Jährigen läuft ab dem 1. Januar bis 2018, der frühere Coach des FC Porto (2011 bis 2013) und von Fenerbahce Istanbul (2015 bis 2016) wird am Montag vorgestellt.