La Paz (SID) - Miguel Quiroga, der Pilot des Ende November in Kolumbien verunglückten Flugzeugs mit der Mannschaft des brasilianischen Fußball-Erstligisten Chapecoense an Bord, hätte möglicherweise gar nicht am Steuer der Maschine sitzen dürfen. Laut des Anwalts seines Co-Piloten Fernando Goytia, der wie Quiroga beim Absturz ums Leben kam, habe der Pilot nicht genug Flugstunden absolviert, um einen kommerziellen Flug durchführen zu dürfen. 

"Uns ist es gelungen, nachzuweisen, dass der Pilot Miguel Quiroga nicht die Anzahl an geforderten Trainingsstunden absolviert hat", sagte Anwalt Omar Duran der bolivianischen Nachrichtenagentur ABI. 

Duran wirft vor allem den zuständigen Gremien einen fahrlässigen Umgang mit den geltenden Standards vor. "Anscheinend wurden im Jahre 2013 falsche Informationen übermittelt und trotz der Tatsache, dass die Behörden bestätigten, dass Quiroga nicht die geforderten Flugstunden absolviert hatte, bekam er seine Lizenz", sagte Duran. Goytia sei sich laut Angaben des Anwalt der Sachlage bewusst gewesen, meldete den Fall jedoch nicht, um dem Ruf der Airline nicht zu schaden.

Beim Absturz der Maschine der bolivianischen Charterfluggesellschaft LaMia am 28. November waren 71 der 77 Insassen ums Leben gekommen. Unter den Toten befanden sich unter anderem 19 Spieler von Chapecoense, 17 Mitglieder aus dem Betreuerstab sowie sieben aus der Klubführung. Als Ursache gilt Treibstoffmangel.