Leverkusen (SID) - Der FC Ingolstadt hat im Abstiegskampf der Bundesliga ein weiteres dickes Ausrufezeichen gesetzt. Eine gute Woche nach dem 1:0 gegen RB Leipzig gewannen die Oberbayern unter ihrem neuen Trainer Maik Walpurgis beim Champions-League-Achtelfinalisten Bayer Leverkusen hochverdient 2:1 (1:0) und verdrängten damit im Tabellenkeller den Hamburger SV vom Relegationsplatz 16. Für Walpurgis war es bei seinem fünften Bundesliga-Einsatz bereits der dritte Sieg.

Alfredo Morales brachte die Gäste mit seinem ersten Saisontreffer in der 26. Minute in Führung. Nach dem 1:1 durch Admir Mehmedi, dem in der 63. Minute sein dritter Saisontreffer gelang, machte Almog Cohen zehn Minuten später die dritte Heimniederlage der Werkself in dieser Saison perfekt. Bayer agierte ab der 49. Minute in Unterzahl, nachdem Charles Aranguiz wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen hatte.

Die Bayer-Fans waren beim letzten Heimspiel in diesem Jahr bedient. Angesichts der über weite Strecken kümmerlichen Vorstellung ernteten die Leverkusener immer wieder gellende Pfiffe. Erstmals in dieser Saison waren auch "Roger raus"-Rufe zu vernehmen. Vier Tage vor dem Derby beim Erzrivalen 1. FC Köln ist der Druck auf den umstrittenen Bayer-Trainer Roger Schmidt gewaltig gewachsen.

Leverkusen verpasste es durch eine leblose und größtenteils erschreckende Vorstellung, im Kampf um einen Europacupplatz den Abstand zur Konkurrenz zu verkürzen, die bis auf die beiden Spitzenteams Bayern München und RB Leipzig am 15. Spieltag Federn gelassen hatte. Nach der bereits schwachen Vorstellung beim glücklichen 1:0 auf Schalke eine Woche zuvor wurden die Fehler der Leverkusener diesmal gnadenlos bestraft.

In einer insgesamt schwachen Partie vor 25.075 Zuschauern waren die Gäste von Beginn an die bessere Mannschaft und hatten bei Standards in der Anfangsphase durch Pascal Groß und Roger bereits gute Möglichkeit zur Führung. Morales gelang nach Vorarbeit von Markus Suttner die verdiente Führung der Gäste, die ein klares Chancenplus hatten.

Leverkusen bot in der Defensive viele Unzulänglichkeiten und brachte in der Offensive so gut wie nichts zustande. Weder Torjäger Javier "Chicharito" Hernandez, der wettbewerbsübergreifend 1068 Minuten auf einen Treffer wartet, noch Mehmedi in seinem 100. Bundesligaspiel stellten die sattelfeste Ingolstädter Abwehr vor große Probleme.

Auch im zweiten Abschnitt fiel den Hausherren, bei denen Kevin Kampl nach zweiwöchiger Verletzungspause wieder zum Einsatz kam, nicht viel ein. Die Aktionen der von Schmidt neu zusammengestellten Elf wirkten uninspiriert. Die Gelb-Rote Karte für Aranguiz in der 48. Minute wegen wiederholten Foulspiels passte ins Bild. 

Ohne Ideen, ohne Plan und ohne Leidenschaft konnte Leverkusen gegen die Gäste von der Donau nach dem 1:2 von Cohen das Blatt nicht mehr wenden. Marcel Tisserand war zuvor noch am einzig überzeugenden Leverkusener Bernd Leno im Bayer-Tor gescheitert.