Berlin (SID) - Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), sieht sich nach dem russischen Eingeständnis eines Doping-Systems bei den Olympischen Winterspielen 2014 in seiner Forderung nach einem Komplett-Ausschluss des Landes bestärkt. "Dies kann nur der Beginn sein, jetzt müssen die erforderlichen Konsequenzen gezogen werden. Im Endeffekt muss das dortige Sportsystem komplett umgewälzt werden", sagte Prokop dem SID: "Russland muss bis zu der Umsetzung der Reformen ausgeschlossen werden. Es besteht zwischen den Sportlern keine Chancengleichheit."

In der New York Times hatten am Dienstag erstmals russische Offizielle systematisches Doping bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi eingestanden. "Es war eine institutionelle Verschwörung", hatte Anna Anzeljowitsch, Generaldirektorin der derzeit suspendierten russischen Anti-Doping-Agentur RUSADA, gesagt. Den Vorwurf eines staatlichen Dopingsystems wies sie aber zurück.

Prokop zeigte sich von der Kehrtwende in Russland überrascht, "weil bisher eine Wagenburg-Mentalität herrschte, alle Vorwürfe aus den beiden McLaren-Reporten kollektiv zurückzuweisen", sagte er: "Von daher ist das schon eine neue Entwicklung."