Leverkusen (SID) - Ein Kameramann der Deutschen Fußball Liga (DFL) und eine Bayer-Ordnerin sind vor dem Bundesligaspiel zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach am Samstag durch Pyrotechnik und Knallkörper verletzt worden. 

Der Kameramann erlitt durch einen Böller, der in unmittelbarer Nähe seines Fußes explodiert war, eine Verletzung und konnte nicht mehr weiterarbeiten. Er trat allerdings später eigenständig die Heimfahrt an. Die Ordnerin erlitt ein Knalltrauma. Dies bestätigte Meinolf Sprink, Direktor Fans/Soziales beim Werksklub, auf SID-Anfrage.

Bis Sonntagmorgen waren noch keine Anzeigen erstattet worden, allerdings konnte Sprink nicht ausschließen, dass noch Anzeige gegen unbekannt erstattet werde; die Ermittlungen gegen Ultras laufen.

Im Ultrablock der Leverkusener hatten Fans kurz vor dem Anpfiff Bengalische Feuer, Leuchtraketen und Knallkörper gezündet. Hintergrund des Pyrotechnik-Eklats war ein Protest der Ultras gegen eine durch die Stadt verbotene Choreographie in der Nordkurve der BayArena gewesen. Eine Blockfahne, die einem Brandschutz-Test unterzogen wurde, war offenbar nicht geeignet. Die Stadt Leverkusen untersagte nach Rücksprache mit der Feuerwehr schließlich die Choreographie. Bayer hatte die Entscheidung der Stadt Leverkusen dem Fanclub "Farbenstadtinferno" am Freitag unverzüglich mitgeteilt.

Bayer muss unterdessen mit einer Bestrafung durch das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) rechnen. Sollte es eine Geldstrafe für die Rheinländer geben, könnten die Verursacher in Regress genommen werden.

"Wir als Klub haben versucht zu helfen. Aber wenn die Stadt sagt, es ist nicht erlaubt, können wir es ja nicht erlauben", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler der Bild am Sonntag. Trainer Roger Schmidt ergänzte nach dem Spiel bei Sky: "Das hat im Stadion nichts zu suchen. Das war wie ein Feuerwerk, ein großes Risiko für alle. Das ist sehr schade."

Das Abbrennen der Pyrotechnik und der Knallkörper war von den anderen Fans in der BayArena mit einem gellenden Pfeifkonzert und "Ultras-raus"-Rufen quittiert worden. Auch im Gladbacher Zuschauerblock waren im Übrigen nach dem Vorkommnis im Bayer-Fanbereich Böller vor Spielbeginn gezündet worden.