Leverkusen (SID) - Die große Mehrheit der 28.869 Fans in der Leverkusener BayArena zeigte kein Verständnis. Mit einem gellenden Pfeifkonzert und "Ultras-raus"-Rufen quittierten sie den Pyrotechnik-Eklat vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach (2:3). 

Gedacht als Protest gegen das Verbot einer Choreographie durch die Stadt Leverkusen ging die Aktion gründlich in die Hose. Am Ende blieb nur allgemeines Kopfschütteln, denn ein Kameramann der Deutschen Fußball Liga (DFL), der eine Fußverletzung durch einen explodierenden Böller erlitt, und eine Bayer-Ordnerin (Knalltrauma) wurden verletzt. Dabei war die Entscheidung der Stadt durchaus nachvollziehbar. 

Eine Blockfahne, die einem Brandschutz-Test unterzogen wurde, war offenbar nicht geeignet. Die Stadt untersagte nach Rücksprache mit der Feuerwehr und unter Einbindung des Bauamtes schließlich die Choreographie. Bayer teilte die Entscheidung dem Fanclub "Farbenstadtinferno" am Freitag unverzüglich mit. 

Nun droht Bayer Ungemach durch die Sportgerichtsbarkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Eine Geldstrafe, vielleicht auch ein Zuschauer-Teilausschluss erscheinen möglich. Bislang war der Werksklub aufgrund des Fehlverhaltens seiner Fans kaum einmal negativ aufgefallen. Seit Samstag ist es anders.