Leipzig (SID) - Für manche Fußballfans ist Sandro Wagner wegen seines teils provozierenden Auftretens ein rotes Tuch, doch nach seinem Blackout gegen RB Leipzig präsentierte sich der Stürmer von 1899 Hoffenheim wie ein wahrer Sportsmann. Auf dem Rasen konnte der 29-Jährige den Bundestrainer Joachim Löw, der beim 2:1 (1:1)-Sieg der Leipziger über die Hoffenheimer auf der Tribüne saß, nicht überzeugen. Dafür aber punktete er mit Einsicht.

"Ich habe mich bei meiner Mannschaft und dem Gegenspieler entschuldigt. Es tut mir leid, das macht man nicht", sagte Wagner mit leicht zittriger Stimmer, nachdem er wegen eines groben Foulspiels an Stefan Ilsanker die Rote Karte (60.) gesehen hatte: "Ich habe mich selber erschrocken."

Löw stärkte dem Stürmer, der sich nach starken Auftritten in dieser und der vergangenen Saison Hoffnungen auf ein Debüt in der Nationalmannschaft macht, den Rücken. "Gelb hätte gereicht. Es war relativ eng und im Zweikampf. Ich will ihm da keine Absicht unterstellen", sagte der Bundestrainer der Bild am Sonntag. Im ZDF machte Löw dem Hoffenheimer Hoffnungen auf eine baldige Nominierung: "Er hat zehn Tore gemacht, das ist durchaus denkbar."

Dass ihm der Fehler ausgerechnet vor Löws Augen passiert war, machte den gebrauchten Tag für Wagner perfekt. "Das ist natürlich ärgerlich. Es hätte schöner sein können, wenn der Bundestrainer da ist", sagte der Angreifer, der sich auch als Sündenbock für die erste Saisonniederlage seiner Mannschaft sah: "Zu elft wäre das Spiel anders ausgegangen."