Réunion (SID) - Surflegende Kelly Slater hat mit seiner Forderung nach einer selektiven Haitötung auf der französischen Insel Réunion im indischen Ozean eine heftige Kontroverse ausgelöst. "Ich werde mir damit keine Freunde machen, aber die Hai-Population auf Réunion muss dringend ausgedünnt werden. Am besten jeden Tag", hatte der elfmalige Weltmeister ein Instagram-Foto des französischen Surfers Jérémy Flores kommentiert: "Es herrscht ein offensichtliches Ungleichgewicht."

Der 45-Jährige reagierte mit seiner Forderung auf eine Hai-Attacke, bei der am Dienstag ein 26 Jahre alter Wassersportler auf Réunion getötet worden war. Es war bereits die 20. Hai-Attacke seit 2011 in dem östlich von Madagaskar gelegenen französischen Überseegebiet, acht endeten tödlich.

Die Instagram-Nutzer kritisierten Slater teilweise hart für seine Äußerung. "Es ist unzurechnungsfähig, so etwas zu sagen", kommentierte ein Nutzer. Ein anderer schrieb: "Wenn Sie und Ihre Freunde nicht in die riskanten Gebiete gehen würden, würde das nicht passieren. Das Meer ist vor allem ein Ort für die Tiere. Sie sind es, die sich in die Höhle des Löwen begeben."

Einen prominenten Unterstützer fand Slater in Flores: "Danke für Deinen Kommentar. Es macht Hoffnung, dass jemand, der unsere Umwelt so gut kennt, den Albtraum, den wir hier erleben, versteht", sagte der 28-Jährige: "Menschen sterben einer nach dem anderen, und für manche klingt das normal. Das ist es aber nicht."

Das Unglück hatte sich in einem als gefährlich bekannten Gebiet ereignet, in dem Schwimmen und andere Wassersportarten verboten sind. Ein Unbekannter hatte entsprechende Warnschilder abgesägt, das teilte das Rathaus der Gemeinde Saint-André mit.