Augsburg (SID) - In den Auseinandersetzungen um Bundesliga-Aufsteiger RB Leipzig droht der nächste Eklat. Die Ultras des FC Augsburg weigern sich vor dem Gastspiel des Tabellen-Zweiten in der Fuggerstadt am Freitag (20.30 Uhr/Sky), Banner und Plakate, wie vom FCA angekündigt, kontrollieren und genehmigen zu lassen. 

"Eine geplante Choreographie wird von uns genauso durchgezogen wie es in Augsburg seit jeher üblich ist: ohne vorherige Anmeldung oder Autorisierung", heißt es in einer Stellungnahme auf der Internetseite der Gruppierung "Szene Fuggerstadt". Demnach sollen weder das Fan-Heftchen "Supporter News", in dem RB zuletzt schon heftig beleidigt worden war ("Bullenschweine"), noch Spruchbänder dem Verein vorab gezeigt werden.

Der FCA hatte am Dienstag angekündigt, "im Rahmen der freien Meinungsäußerung nicht alle Plakate oder Banner grundsätzlich (zu) untersagen. Vielmehr müssen Publikationen im Vorfeld des Spiels beim Verein angemeldet und genehmigt werden". Zudem wollen die Augsburger "die ohnehin schon strengen Sicherheitsvorkehrungen weiter verstärken" und "zusätzliche Kräfte" einsetzen. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konstrukt RB müsse zwar "grundsätzlich möglich sein", hieß es von Klubseite, dies rechtfertige jedoch nicht Gewalt, Hass oder Diffamierungen.

Bei den vergangenen Auswärtsspielen in Gladbach und Dortmund war es zu teils heftigen Schmähungen gegen die Mannschaft von Trainer Ralph Hasenhüttl gekommen. Borussia Dortmund war wegen zahlreicher Banner mit verunglimpfender Botschaft sogar mit einer Sperrung der Südtribüne bestraft worden.

Die FCA-Ultras bedauerten indes, dass sich die Verantwortlichen des FCA nicht klar gegen RB positionierten "und ein Zeichen gegen den Fußball als reine Marke" setzten. Die Bosse verrieten so die Werte der FCA-Familie und stellten alle Anhänger "unter Generalverdacht", hieß es. Den Fans riefen die Ultras zu: "Wahrt Grenzen, lasst euch aber nicht den Mund verbieten!"