München (SID) - Pflichtsieg statt Gala: Bayern München hat mit Glück und dank Robert Lewandowski durch ein 3:0 (2:0) gegen Eintracht Frankfurt seine Erfolgsbilanz weiter aufgebessert, konnte aber an die jüngsten glanzvollen Auftritte nicht anknüpfen. Vier Tage nach dem 5:1 in der Champions League beim FC Arsenal zeigte sich die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti lange Zeit indisponiert, ehe sie doch noch einen standesgemäßen Erfolg feiern konnte.

Frankfurt wehrte sich vor allem in der ersten Hälfte tapfer und hätte bei besserer Chancenverwertung durchaus für eine Überraschung sorgen können. So musste das Team von Niko Kovac bereits die fünfte Niederlage in Serie hinnehmen. Dennoch können die Hessen weiter auf einen Europacup-Platz hoffen.

Robert Lewandowski brachte die Bayern in der 38. Minute mit der ersten Chance glücklich in Führung. Für den Polen war es bereits der 20. Saisontreffer. Douglas Costa legte nur drei Minuten später nach. Erneut Lewandowski sorgte dann für klare Verhältnisse (55.). 

Bei den Bayern feierte Weltmeister Jerome Boateng nach dreieinhalb Monaten Verletzungspause wegen einer Brustmuskel-OP sein Comeback. Der Verteidiger wurde in der 65. Minute für Javi Martínez eingewechselt. Ancelotti stehen damit für den Saison-Endspurt alle Stars zur Verfügung.

"Bei den Bayern zu spielen, ist wie ein Zahnarztbesuch", hatte Eintracht-Coach Kovac vor dem Spiel gesagt. Nicht immer tue das weh, "aber oftmals schon". Sein Team hätte die Bayern zumindest überraschen können. Bereits in der 2. Minute vergab Ante Rebic freistehend eine sehr gute Möglichkeit. Die Frankfurter waren auch in der Folge bemüht früh zu stören und mutig zu agieren.

Dabei profitierten sie immer wieder von groben Fehlern der Münchner, die vor allem in der 19. Minute Riesenglück hatten, nicht in Rückstand zu geraten: Benjamin Hrgota hatte Bayern-Keeper Manuel Neuer bereits ausgespielt, Mats Hummels grätschte dem Eintracht-Angreifer jedoch in höchster Not noch den Ball vom Fuß. Auch danach gerieten die schwach agierenden Bayern gegen die aggressiven Gäste immer wieder arg in Bedrängnis.

Nach vorne ging erst einmal gar nichts - bis Lewandowski nach starker Vorarbeit von Thomas Müller den Ball nur noch über die Linie drücken musste. Fast im Gegenzug vergab erneut Hrgota fahrlässig den Ausgleich. Wie es geht, zeigte dann kurz darauf Costa. Diesmal war David Alaba der Vorbereiter. Die beiden Tore stellten den Spielverlauf komplett auf den Kopf. Die Eintracht hatte bis dahin ihre Ausfälle sowie die Nachwirkungen eines mannschaftsübergreifenden Magen-Darm-Infekts sehr gut kompensiert.

Kurz nach dem Wechsel hatte Müller das 3:0 auf dem Fuß, ehe auf der anderen Seite Rebic nur die Latte traf (51.). Lewandowski machte nach Flanke von Arjen Robben dann alles klar. Der Rest war Formsache.