Berlin (SID) - Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat sich vor einer weiteren Bewerbung um sportliche Großereignisse wie Olympische Spiele für eine grundlegende deutschlandweite Diskussion ausgesprochen. "Ich möchte anregen, ob wir nicht zu Beginn der nächsten Legislaturperiode eine solche Strategiedebatte führen ", sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend in Berlin.

Als einen konkreten Vorschlag für eine erneute Olympiabewerbung wollte er dies allerdings ausdrücklich nicht verstanden wissen. Man müsse darüber nachdenken, "ob wir uns nicht gemeinsam als Land, als Gesellschaft, eine nationale Strategie zur Anwerbung von Großveranstaltungen überlegen", sagte der 63-Jährige. 

Dabei stellte de Maizière auch eine veränderte Suche nach Austragungsorten zur Diskussion. "Wir waren mit unseren Bewerbungen für Olympische Spiele nicht besonders erfolgreich. Ich finde, wir müssten mal überlegen, ob das Verfahren richtig ist. Oder ob wir das nicht vom Kopf auf die Füße stellen", sagte de Maizière.

Zuletzt war sowohl die Bewerbung Hamburgs um die Olympischen Sommerspiele 2024 als auch die Bewerbung Münchens um die Winterspiele 2022 an der Bevölkerung gescheitert. Bei der Abstimmung für die Winterspiele im kommenden Jahr war die bayrische Hauptstadt Pyeongchang/Südkorea unterlegen.

"Die Frage ist: Wie schaffen wir es, dass die gesamte Bevölkerung sagt: Wir wollen das als Land haben?", sagte de Maizière: "Und dann in eine Region gehen und sagen: Die wäre dafür geeignet - das scheint mir die richtige Reihenfolge der Debatte zu sein."