Düsseldorf (SID) - Für den deutschen Weltverbandspräsidenten Thomas Weikert ist bei der Tischtennis-WM in Düsseldorf schon am Mittwoch der Tag der Entscheidung. Auf dem Kongress der ITTF stellt sich der Jurist aus Limburg erstmals seit seinem Amtsantritt im September 2014 den Delegierten des größten internationalen Sportfachverbandes (226 Mitgliedsverbände) zur Wahl. Belgiens Ex-Europameister Jean-Michel Saive tritt als Gegenkandidat zu dem 55-Jährigen an. 

Eine Prognose für den Ausgang der Kampfabstimmung ist angesichts der in Verbänden oft stattfindenden Ränkespielen hinter den Kulissen kaum möglich. Weikert selbst jedoch sah sich am Tag vor der Wahl im Vorteil.

Weikert war vor drei Jahren nach dem Rücktritt von Amtsinhaber Adham Sharara als vorheriger Stellvertreter des Kanadiers an die ITTF-Spitze gerückt. Seitdem verzeichnete der ehemalige Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) beachtliche Erfolge bei der Verbesserung der Vermarktungseinnahmen, in der Sportentwicklung, der moderneren Präsentation und auch bei der Auflösung intransparenter Strukturen.

Saive tritt ohne jegliche Erfahrung auf sportpolitischer Ebene für das höchste Amt im Welt-Tischtennis an. Seine propagierten Ziele unterscheiden sich in den entscheidenden Bereichen kaum von Weikerts bisherigen Arbeitsergebnissen und Zukunftsplänen. Trotz der statutenmäßigen Übergabe des Präsidentenamtes von Sharara an Weikert stellt Saive außerdem die bisherige Legitimation des Deutschen zur Führung des Verbandes infrage.

Der frühere Weltranglistenerste vertraut bei der Wahl auch auf Shararas Netzwerk. Der heutige ITTF-Ehrenvorsitzende war lange Weikerts Mentor, doch wegen des Rückkaufs der ITTF-Marketingrechte von Shararas Agentur TMS durch den Verband und weiterer Bemühungen Weikerts um mehr Transparenz ist das Verhältnis zwischen dem ehemaligen Bundesliga-Spieler und dem gebürtigen Ägypter in die Brüche gegangen.