Montréal (SID) - Was liegt an?

Der Große Preis von Kanada am Sonntag (20.00 Uhr/RTL und Sky) auf der Ile Notre-Dame im St.-Lorenz-Strom ist eines der spektakulärsten und schnellsten Rennen im Formel-1-Kalender. Der Rekordweltmeister ist auch der Rekordsieger in Montréal: Michael Schumacher gewann hier siebenmal, sechsmal stand er auf der Pole Position. Zudem feiert die Königsklasse in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum in Kanada.

Was hat es mit dem Namen der Strecke auf sich?

Seit dem Tod des legendären Ferrari-Piloten Gilles Villeneuve, der bei einem Unfall im Qualifying zum Großen Preis von Belgien im Mai 1982 in Zolder starb, trägt die Strecke in Montréal seinen Namen. Auch der Schriftzug "Salut Gilles" an der Start- und Ziellinie erinnert an den Kanadier, der nie Weltmeister war, sich mit seiner furchtlosen und spektakulären Fahrweise aber für alle Zeiten einen Platz in den Annalen der Formel 1 gesichert hat.

Was ist eigentlich "The Wall"?

Die Mauer am Ende der letzten Schikane vor Start und Ziel trägt seit 1999 den Beinamen "Wall of Champions". Damals krachten kurz nacheinander die Weltmeister Damon Hill, Michael Schumacher und Jacques Villeneuve in die Begrenzung und mussten ihr Rennen beenden. Seither finden sie in jedem Jahr den einen oder anderen Nachahmer. Das Ganze hat natürlich auch einen Grund: Vor der "Wall of Champions" werden die Autos von etwa 340 km/h in nur 80 Metern auf rund 140 km/h runtergebremst - eine enorme Herausforderung für Mensch und Technik.

Wer reist als Favorit nach Kanada?

Nach den Eindrücken der letzten Rennen dürfte Ferrari um den viermaligen Weltmeister Sebastian Vettel (Heppenheim) auch in Kanada eine sehr gute Siegchance haben. In der WM-Wertung führt Monaco-Sieger Vettel vor dem siebten Rennen mit 25 Punkten Vorsprung vor Lewis Hamilton (Großbritannien). Auch Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen (Finnland) ist nach Rang zwei im Fürstentum bereit für den nächsten Angriff auf das Podest.

Zu was ist Hamilton in der Lage?

Der Brite reist nach einem verkorksten Wochenende in Monaco (nur Platz sieben) mit Wut im Bauch auf seine Lieblingsstrecken. Der 32-Jährige siegte in der Vergangenheit bereits fünfmal in Montréal. Unter anderem feierte er vor zehn Jahren seinen ersten Karrieresieg in Kanada, 2007 startete der dreimalige Champion zudem erstmals von der Pole Position. Nun steht der Mercedes-Pilot, der in den vergangenen beiden Jahren auf der Ile Notre-Dame gewann, unter Druck und muss den nächsten Ferrari-Angriff abwehren.

Wen gilt es sonst zu beachten?

In Lance Stroll (Williams) geht in Montréal erstmals seit vielen Jahren wieder ein Lokalmatador an den Start. Der 18-jährige Kanadier, der vor allem dank der Millionen seines Vaters in der Formel 1 fährt, blieb in den ersten sechs Saisonrennen noch ohne Punkte, sorgte dafür mit mehreren Unfällen für Aufsehen. Nach seinem Ausflug zu den Indy 500 kehrt Fernando Alonso außerdem in die Königsklasse zurück. In seinem unterlegenen McLaren-Honda dürfte der zweimalige Weltmeister aus Spanien aber weiterhin wenig Spaß haben.