Berlin (SID) - Weltmeister Marco Koch hat zum Auftakt der Schwimm-DM in Berlin seine erste Chance auf das WM-Ticket verpasst. Der 27 Jahre alte Darmstädter belegte im Vorlauf auf seiner Nebenstrecke 100 m Brust nur den dritten Platz, in 1:00,79 Minuten blieb er zudem eine halbe Sekunde über der geforderten Vorlauf-Normzeit für die Weltmeisterschaft im kommenden Monat in Budapest. 

Vorlaufsieger Fabian Schwingenschlögl aus Nürnberg (1:00,04) knackte dagegen diese Marke. Der Essener Poul Zellmann unterbot im Vorlauf über 400 m Freistil immerhin die deutlich abgeschwächte U23-Norm und darf sich weiter Hoffnungen auf eine WM-Nominierung auf dieser Strecke machen.

"Das ging noch nicht so gut, es war hart. Ich hoffe, das wird bis Sonntag besser", sagte Koch mit Blick auf das Rennen auf seiner Paradestrecke. Doch auch über 200 m Brust muss der Olympia-Siebte ähnlich schnell schwimmen wie bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro.

Vor seinem ersten Start hatte sich Koch, der in der Vorbereitung anders als in der Vergangenheit verstärkt auf Krafttraining statt Wettkampfhärte gesetzt hat, unsicher über seine Form gezeigt. Er fühle sich "wie ein Bodybuilder im Wasser", sagte Koch, "ich habe noch nicht das richtige Gefühl."

Die Frankfurterin Sarah Köhler blieb trotz Vorlaufbestzeit (4:10,24) klar über der WM-Norm über 400 m Freistil, auch der Olympia-Siebte Christian Diener aus Potsdam (54,77 über 100 m Rücken) scheiterte an dieser Hürde.

Bundestrainer Henning Lambertz hatte als Konsequenz aus dem erneuten Olympia-Debakel die Normkriterien für den Saisonhöhepunkt deutlich verschärft und die Zeiten an Platz acht der letztjährigen Sommerspiele orientiert. Nachwuchshoffnungen mit Perspektive lässt Lambertz durch die U23-Norm ein Hintertürchen offen.