Hamburg (SID) - Wirtschafts-Professor und Ruder-Olympiasieger Wolfgang Maennig (57) würde es begrüßen, wenn das IOC am Dienstag die Doppelvergabe der Olympischen Sommerspiele 2024 und 2028 beschließt. "Auch wenn Doppelvergaben nicht immer sinnvoll sein müssen. Aber Paris und Los Angeles sind zwei so starke Bewerber, dass man keinen verlieren sollte", sagte der Seoul-Olympiasieger im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Dass im Falle von 2028 Olympische Spiele elf Jahre und nicht wie üblich sieben Jahre vor dem ersten Wettkampf vergeben werden und viele Entscheidungsträger der Bewerbung bei der Durchführung nicht mehr im Amt sind, sei kein Problem. "Der Personal-Wechsel ist auch bei sieben Jahren Vorlauf regelmäßig zu beobachten", so Maennig.

Generell spricht sich der Wissenschaftler, der von 1995 bis 2001 Vorsitzender des Deutschen Ruderverbandes (DRV) war, für eine frühere Vergabe der Spiele aus: "Der zeitliche Druck für städtebauliche Maßnahmen wäre nicht mehr so groß. Außerdem kann eine gewählte Stadt länger als kommende Olympia-Stadt auftreten, mit entsprechenden Vorteilen für die internationale Aufmerksamkeit."

Maennig schlägt weitere Veränderungen für den Bewerbungsprozess vor. "Man könnte vier, fünf Städte in einen Pool wählen und den Poolmitgliedern garantierten, dass sie die Spiele ausrichten werden", so Maennig. Die Städte hätten Zeit, um sich städtebaulich zu entwickeln: "Und wenn sie soweit sind, werden ihnen die nächsten Spiele zugeteilt."