Hamburg (SID) - Wirtschafts-Experte und Ruder-Olympiasieger Wolfgang Maennig räumt Olympischen Sommerspielen in der Rhein-Ruhr-Region kaum Chancen ein. Der Kölner Event- und Sportmanager Michael Mronz hatte eine solche Initiative gestartet und plant eine Bewerbung für 2032.

Insbesondere das Ruhrgebiet habe zwar eine begeisterungsfähige Bevölkerung und eine große Fülle von Sportstätten, so Maennig, "es fehlt jedoch eine Stadt mit Weltruhm. In der Regel vergibt das IOC nur Spiele an Weltstädte mit mehr als zwei Millionen Einwohnern - und das sind weder Köln, Düsseldorf, Essen oder Dortmund", sagte der 57-Jährige im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Eine positive Umfrage im Ruhrgebiet, bei der sich zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) für Olympia vor ihrer Haustür ausgesprochen hatten, dürfe man nicht überbewerten. "Mit Umfragen müssen wir vorsichtig sein. Auch in Hamburg gab es zwei Stunden vor dem Ergebnis der Bürgerbefragung eine Umfrageveröffentlichung, wonach 56,1 Prozent der Befragten für Olympia seien", sagte Maennig. Am Ende scheiterte die Bewerbung der Hansestadt für die Spiele 2024 jedoch.

Noch immer sei die Skepsis vor sportlichen Großevents in Deutschland zu stark. "Die Menschen mögen Olympia und schauen es gerne. Aber zumindest in der jetzigen Form und mit den berichteten Kosten wollen viele eben leider nicht mehr Gastgeber sein. Viele Leute haben Angst, dass ihre Stadt komplett umgekrempelt wird und sie keine angemessenen Mitspracherechte haben, obwohl sie dies über Jahrzehnte erkämpft hätten", sagte der Olympiasieger von 1988.