Heilbronn (SID) - Der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) hat einen Tag vor den ersten Medaillenentscheidungen bei der Heim-WM in Leipzig einen wichtigen Sieg vor Gericht erstritten. Das Arbeitsgericht Heilbronn wies am Donnerstagnachmittag die Klage des ehemaligen Florett-Bundestrainers Andrea Magro gegen den Verband und den Fechtclub Tauberbischofsheim ab. Der Italiener war gegen seine Entlassung vor Gericht vorgegangen.

Der Coach hatte im Frühjahr aus Kostengründen eine Kündigung vonseiten des Fechtclubs Tauberbischofsheim erhalten. Magro war sowohl vom DFeB als auch vom Verein bezahlt worden und besaß ursprünglich noch einen Vertrag bis 2020. Ein Gütetermin vor dem Arbeitsgericht hatte keine Einigung gebracht.

"Wir sind sehr erleichtert. Ich hoffe, dass das Thema Andrea Magro im deutschen Fechten jetzt beendet ist", sagte Sportdirektor Sven Ressel dem SID.

Für den Verband ist die Entscheidung des Gerichts ein wichtiger Erfolg. Neben den sportlichen Problemen, bei den Olympischen Spielen in Rio hatten die deutschen Fechter erstmals seit 36 Jahren keine Olympiamedaille gewonnen, muss der Verband nun zumindest keine Abfindung bezahlen. Magro hatte am Donnerstag vor Gericht 100.000 Euro gefordert, die Gegenseite 40.000 Euro angeboten.

Nach der Kündigung von Magro hatten sich die deutschen Florettfechterinnen für einen Verbleib ausgesprochen und auch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingeschaltet. Seit März werden die Florettfechterinnen interimsweise von Magros Landsmann Giovanni Bortolaso betreut. Bei der EM in Tiflis im Juni gewannen das Team die Bronzemedaille.

Magro war bis 2009 Coach der seit Jahren in der Welt führenden italienischen Florettfechterinnen. In seiner 14-jährigen Amtszeit holten seine Schützlinge 16 olympische Medaillen und 39-mal Edelmetall bei Weltmeisterschaften.