Köln (SID) - Präsident Reinhard Grindel will die Anfeindungen aus Teilen der Fanszene gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit Langmut hinnehmen. "Ich werde auch ertragen, wenn das jetzt noch zwei, drei Spieltage so weitergeht. Man muss da einen langen Atem haben", sagte Grindel der Wochenzeitung Die Zeit. 

Der 55-Jährige will den zuletzt eingeschlagenen Weg der Annäherung weitergehen. Ziel müsse sein, "auch bei dem Strafenkatalog: Viel mehr Transparenz und vor allem Maßnahmen zu finden, die als gerechter empfunden werden." 

Grindel hatte zuletzt für die Abschaffung von Kollektivstrafen plädiert und in einem Fall den Drittligisten Hansa Rostock persönlich begnadigt. Er bekräftigte die Bereitschaft zum Dialog mit den Ultras: "Wer mit uns redet, nimmt Einfluss auf unsere Entscheidungen. Wer nicht mit uns redet, hat keinen."

Teile der Ultra-Szene zeigen sich allerdings noch unversöhnlich. Plakate mit Forderungen und teils wüsten Beschimpfungen des DFB und seiner Funktionäre waren am Wochenende in vielen Stadien zu sehen.