Pau (SID) - Slalom-Kanutin Ricarda Funk hat bei der WM im südfranzösischen Pau Bronze im Kajak-Einer geholt. Die Gewinnerin der Gesamtweltcups blieb in 102,62 Sekunden zwar ohne Stangenberührung, musste Gold jedoch der wie entfesselt fahrenden Olympia-Dritten Jessica Fox (97,14) aus Australien überlassen. Silber ging am Fuße der Pyrenäen an Ex-Weltmeisterin Jana Dukatova aus der Slowakei (101,76). Die deutschen Männer um Sideris Tasiadis gingen im Canadier-Einer überraschend leer aus.

Funk hatte in der Weltcupsaison vier der fünf Rennen gewonnen, verpasste aber im strömenden Regen ihren ersten WM-Titel. Zufrieden war sie dennoch. "Ich habe Bronze gewonnen, und ich bin happy, das war für mich eine Saison, die schwer zu toppen ist", sagte die 25-Jährige aus Bad Kreuznach, die vor zwei Jahren in London zu Silber gepaddelt war. Lisa Fritsche (Halle/Saale) wurde in Frankreich gute Sechste, Jasmin Schornberg (Hamm) war bereits im Halbfinale gescheitert.

Eine Enttäuschung erlebten die Männer. Mitfavorit Tasiadis (Augsburg), der wie Funk Anfang September den Gesamtweltcup gewonnen hatte, wurde trotz fehlerfreier Fahrt nur Sechster. Dem Olympia-Zweiten von 2012 fehlten am Ende 1,8 Sekunden zu Bronze. Durch einen Fahrfehler hätte er Schwung verloren, meinte Tasiadis: "Man kann nicht immer gewinnen und man lernt aus Fehlern." Franz Anton (Leipzig), WM-Dritter von 2014, folgte auf dem neunten Rang, der Titel ging nach zuletzt zweimal Silber in Folge an den Slowenen Benjamin Savsek.

Sein WM-Ziel von zwei Einzelmedaillen erreichte der Deutsche Kanu-Verband (DKV) dennoch. Am Samstag hatten Robert Behling und Thomas Becker im künftig nicht mehr olympischen Canadier-Zweier Bronze gewonnen.

In den Teamwettbewerben am Dienstag hatte das DKV-Trio Funk, Schornberg und Fritsche bereits Gold geholt. Im Gegensatz zu den Einzeldisziplinen gehen bei den Mannschaftsfinals drei Boote gleichzeitig auf die Strecke, die Zeit wird vom Start des ersten bis zur Zielankunft des letzten Bootes gemessen.