London (SID) - Schwergewichts-Boxweltmeister Anthony Joshua (Großbritannien) bittet den tief gefallenen Ex-Champion Tyson Fury möglicherweise bald zum Duell der Klitschko-Bezwinger. Skandal-Fighter Fury hatte am vergangenen Donnerstag per Twitter drei Kämpfe für das kommende Jahr und sein Comeback für April angekündigt. Nun gab Joshua an, einer der Gegner Furys zu sein. 

Konkret darauf angesprochen, ob er gegen seinen Landsmann antreten werde, sagte der 28-jährige Joshua im Interview mit dem britischen Radiosender TalkSport knapp: "Ja", und fuhr fort: "Wir sagen so etwas wie: 'Ich werde dich ausknocken, vertraue mir.' Er und ich werden sehr bald ans Eingemachte gehen."

Am 28. Oktober in Cardiff bestreitet zunächst Joshua seine nächste Titelverteidigung gegen den aus Kamerun stammenden Franzosen Carlos Takam. Der ursprünglich als Gegner vorgesehene Bulgare Kubrat Pulew kann wegen einer Schulterverletzung nicht antreten. Danach wäre Zeit für den Fury-Kampf. Joshua bestätigte darüber hinaus, dass beide Boxer in Kontakt stünden.

Joshua betonte auch, dass er gerne dabei helfen wolle, Furys Karriere wiederzubeleben: "Wenn es irgendetwas gibt, das dabei hilft, ihn zu unterstützen und zurück in den Ring zu bringen, würde ich es tun, weil wir Leute wie ihn brauchen, die das Beste des Sports zum Vorschein bringen. Er zieht Aufmerksamkeit auf den Sport und davon profitiert jeder."

Stehen und fallen wird ein mögliches Duell wahrscheinlich mit der persönlichen Situation Furys. Der 29-Jährige hatte erst Anfang Oktober mitgeteilt, "beim britischen Verband keine Box-Lizenz beantragen" zu wollen. Er fühle sich schlecht behandelt. Stattdessen wolle er "sein Geld und Geschäft jemandem überlassen, der es zu schätzen weiß". Zuletzt gelangten Fotos an die Öffentlichkeit, die den früheren Champion mit massivem Übergewicht zeigten.

Wegen eines möglichen Dopingvergehens Furys aus dem Jahr 2015 steht weiterhin eine Entscheidung der britischen Anti-Doping-Behörde UKAD aus. Fury soll damals positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet worden sein. Ursprünglich war die Anhörung für den vergangenen Mai angesetzt.

Seit seinem überraschenden Triumph im November 2015 in Düsseldorf gegen Wladimir Klitschko stand Fury nicht mehr im Ring. Seine WM-Gürtel der Weltverbände WBA, IBF und WBO hatte er zurückgegeben. Joshua bezwang Klitschko im vergangenen April - der Ukrainer beendete daraufhin seine große Karriere.