Wien (dpa) - Keine andere Regierungszusammenarbeit hat in Österreich für so viel Wirbel gesorgt wie die erste Koalition zwischen konservativer Volkspartei ÖVP und rechtspopulistischer FPÖ. Von 2000 bis Anfang 2007 war die Mitte-Rechts-Regierung im Amt.

Diese Zeit wird bis heute von zahlreichen Skandalen und Korruptionsvorwürfen überschattet.

Der damalige FPÖ-Chef und Ministerpräsident Kärntens, Jörg Haider (1950-2008), machte als zweitstärkste Kraft die drittplatzierte ÖVP zur Kanzlerpartei, um selbst als Juniorpartner in die Regierung zu kommen. Der Amtsantritt der "schwarz-blauen" Koalition war begleitet von heftigen Demonstrationen, die in den folgenden Jahren nicht verstummen sollten. Die Zusammenarbeit mit der FPÖ galt als Tabubruch und sorgte auch international für viel Kritik.

Nach dem Bruch Haiders mit der FPÖ 2005 ging die Koalition mit seinem neu gegründeten Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) weiter. Die Umfragewerte der FPÖ lagen am Ende der Zusammenarbeit am Boden.

Die beteiligten Politiker sagen, dass sie viele Reformen auf den Weg gebracht und die Wirtschaft angekurbelt haben. Viele Privatisierungen endeten aber vor Gericht. Einige Beteiligte wurden in der Zwischenzeit unter anderem wegen Untreue verurteilt. Die lange Zeit verschleppte Pleite der Skandalbank Hypo Alpe Adria oder die Kosten der Eurofighter sorgen bis heute für Aufregung.