Igls (SID) - Angeführt von Stephanie Schneider (Oberbärenburg) haben die deutschen Bob-Pilotinnen einen Dreifachsieg bei der EM gefeiert und acht Wochen vor Olympia ihre hervorragende Form bestätigt. Bei der fünften Weltcupstation im österreichischen Igls waren Schneider, Mariama Jamanka (Oberhof) und Anna Köhler (Winterberg) beste Europäerinnen und sorgten damit für ein deutsches EM-Podest. 

Besonders Schneider beeindruckte mit Anschieberin Annika Drazek, die 27-Jährige ließ auch der Konkurrenz aus Übersee keine Chance und feierte zugleich ihren zweiten Weltcup-Sieg in Folge.

"Wir haben ein tolles Rennen von unseren Frauen gesehen", sagte Bundestrainer Rene Spies: "Das waren starke Startleistungen, und was alle drei dann in der Bahn gezeigt haben, war wirklich herausragend."

Im Bobsport wird die EM im Rahmen eines Weltcup-Rennens ausgetragen, bei dem die nicht europäischen Starter dann aus dem Ergebnis genommen werden. Bei der 15. Europameisterschaft der Frauen siegte nun zum 14. Mal eine Deutsche, auch Dreifachsiege hatte es schon 2013 und 2015 gegeben. Die größten Konkurrentinnen kommen seit jeher aus Nordamerika.

Allerdings kann Spies' junge Mannschaft auch mit diesen mithalten. Erst vor einer Woche hatte Schneider in Winterberg den ersten Weltcupsieg der deutschen Frauen seit fast drei Jahren geschafft, nun legte sie in Igls mit ihrem zweiten Karriere-Erfolg nach. In der Weltcup-Wertung hatte Schneider nach zwei Läufen mehr als drei Zehntelsekunden Vorsprung auf Weltmeisterin Elana Meyers Taylor aus den USA.

Jamanka wurde mit Lisa Buckwitz starke Dritte der Weltcup-Wertung und ließ Olympiasiegerin Kaillie Humphries (Kanada) hinter sich, Köhler und Ann-Christin Strack belegten den ebenfalls sehr guten fünften Platz. "Die Akribie und Professionalität, mit der die drei Teams seit Wochen zusammenarbeiten, ist toll", sagte Spies: "Wir gehen mit einem sehr, sehr guten Gefühl in die Weihnachtspause."

Über Jahre hatten Humphries, Meyers Taylor und Jamie Greubel Poser (USA) den Frauen-Bobsport dominiert, mit Blick auf die Winterspiele in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) wird nun zumindest eine Medaille für Deutschland aber immer realistischer. Schneider, die erst 2015/2016 an die Lenkseile gewechselt war, entwickelt sich dabei zur Speerspitze. In Igls durfte sie erstmals mit Drazek, der derzeit wohl weltbesten Anschieberin, an den Start gehen.