Köln (SID) - Die Türen der NFL-Klubs blieben für den Rebellen verschlossen. Footballer Colin Kaepernick wurde links liegen gelassen, nachdem er in der vergangenen Saison der US-Profiliga beim Abspielen der Nationalhymne auf die Knie gegangen war und damit gegen Polizeigewalt und Rassendiskriminierung im Land protestiert hatte. Viele folgten seinem Beispiel, doch das Vorbild steht im Abseits.

Keine Franchise wollte den Quarterback verpflichten, der 30-Jährige bezahlt teuer für seine Courage. Dabei haben zahlreiche Klubs Probleme auf der Spielmacher-Position. Kaepernick hat rechtliche Schritte gegen die NFL-Teambesitzer eingeleitet, da er sich systematisch ausgegrenzt fühlt - nur zu verständlich.

An Kaepernicks Misere trägt auch Donald Trump eine Mitschuld. Der US-Präsident hatte die Proteste scharf verurteilt, demonstrierende Sportler öffentlich unter anderem als "Hurensöhne" bezeichnet und bei Twitter deren Entlassung gefordert.

So weit kam es zwar nicht, die Teambesitzer unterstützten ihre Profis. Aber Kaepernick, der einst mit den San Francisco 49ers im Super Bowl spielte, blieb dennoch Zuschauer.