Dortmund (SID) - Es hätte, das ist der beste Trost aus einiger zeitlicher Entfernung, viel, viel schlimmer kommen können. Es hätte Tote geben können an jenem 11. April, kurz vor dem Champions-League-Heimspiel von Borussia Dortmund gegen AS Monaco. Ein junger Mann, der töten wollte, um mit sinkenden Aktienkursen reich zu werden, zündete in einer Hecke drei Sprengsätze neben dem Dortmunder Mannschaftsbus.

Der spanische Innenverteidiger Marc Bartra erlitt einen Speichenbruch und Fremdkörper-Einsprengungen im Arm - das war schockierend. Und dennoch riesiges Glück. Der Prozess gegen Sergej W. wegen versuchten Mordes in 28 Fällen soll kurz vor Weihnachten am Dortmunder Landgericht beginnen.

Abseits allen Leids hatte des Attentat gravierende sportliche Folgen. An der raschen Neuansetzung des Spiels für den Folgetag entbrannte ein öffentlich geführter Streit zwischen Trainer Thomas Tuchel und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Ohnehin vorhandene Gräben rissen weiter auf - sie waren schließlich nicht mehr zu überbrücken. Nach dem DFB-Pokalsieg musste Tuchel gehen.