Frankfurt/Main (SID) - Eigentlich sollte die Einführung des Videobeweises in der Fußball-Bundesliga die Diskussionen über Fehlentscheidungen der Schiedsrichter weitgehend beenden und für mehr Gerechtigkeit sorgen. Doch nach einer Hinrunde voller Pleiten, Pech und Pannen steht fest: Das Gegenteil ist bisher der Fall.

Uneinheitliche Regelauslegungen, neue Richtlinien, persönliche Animositäten, Manipulations-Vorwürfe, Austausch des Projektleiters - all das hat für maximale Verwirrung, Ärger und Kopfschütteln gesorgt. Spieler, Klub-Verantwortliche und Fans blickten zwischenzeitlich nicht mehr durch. Sogar über das schnelle Ende der Testphase wurde diskutiert.

Und das dicke Ende kommt erst noch. Wenn im März darüber entschieden wird, ob das technische Hilfsmittel auch bei der WM-Endrunde zum Einsatz kommen soll, wird der Weltverband FIFA sein Prestigeprojekt sicher durchwinken. Dann sollen in Russland Video-Assistenten aus aller Welt eingreifen, die nur kurze Zeit geschult wurden. Hinter vorgehaltener Hand machen die deutschen Unparteiischen, denen offensichtlich ein Jahr der Vorbereitung nicht ausgereicht hat, keinen Hehl daraus, dass sie das totale Chaos erwarten.