Berlin (dpa) - Zu den Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Berliner Terroranschlages hatte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) Angehörige und Überlebende mit einem persönlichen Brief eingeladen.

Für Ärger bei einigen der Adressaten sorgte jedoch ein Formblatt, das dem Schreiben beigelegt war: Dort werden die Regeln zur Kostenerstattung für An- und Abreise sowie Übernachtungen aufgelistet. Festgehalten ist dort unter anderem, dass immer das "preislich günstigste" Verkehrsmittel gewählt werden müsse und Taxikosten nicht erstattet würden.

Ein Angehöriger eines israelischen Terroropfers beklagte in der "Bild"-Zeitung: "Sie wollen nur Geld sparen, alles war sehr kalt." Eine Frau, die bei dem Anschlag verletzt wurde, sagte der Zeitung, sie hätte gerade angesichts der Fehler des Staates vor und nach dem Anschlag mehr Großzügigkeit erwartet.

Senatssprecherin Claudia Sünder erklärte dazu, die Familien und Angehörigen würden von Mitarbeitern bei Bedarf in allen Fragen bestmöglich unterstützt. Man sei bei der Organisation auch auf individuelle Bedürfnisse der Menschen eingegangen. "Das gebietet schon der Anstand." Das fragliche Formular sei "haushalts- und verwaltungsrechtlich notwendig", allerdings auch sehr sachlich gehalten. Klar sei: "Wir haben alle Kosten übernommen und das ist selbstverständlich auch bei den Transportkosten der Fall." Dies gelte auch für Taxikosten.