Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel will Lehren aus den Erfahrungen im Umgang mit den Betroffenen des Terroranschlags von Berlin ziehen. Die dpa dokumentiert Merkels Stellungnahme während der Gedenkveranstaltungen zum Jahrestag des Attentats an der Gedächtniskirche.

"Dieser Tag hat für viele Menschen ihr bisheriges Leben zerstört, zwölf Menschen sind gestorben. Viele sind verletzt worden. Und wir haben alle heute gemeinsam mit den Angehörigen getrauert und mit den Angehörigen und den Verletzten auch hier diese Gedenkstätte eingeweiht. Ich habe gestern mit den Hinterbliebenen gesprochen und mit den Verletzten. Es war ein sehr offenes und auch von Seiten der Menschen, die betroffen sind, ein sehr schonungsloses Gespräch, das gezeigt hat, welche Schwächen unser Staat in dieser Situation auch gezeigt hat.

Und für mich, und das sage ich für die ganze Bundesregierung, heißt es, daran zu arbeiten, dass wir die Dinge, die nicht gut gelaufen sind, besser machen, dass wir alles Menschenmögliche tun, nicht nur die Sicherheit zu gewährleisten, sondern den Menschen, deren Leben zerstört oder deren Leben getroffen wurde, auch die Möglichkeit zu geben, möglichst gut wieder in das Leben hineinzukommen."

Deshalb werde ich auch die Angehörigen und die Verletzten in einigen Monaten noch einmal treffen, um deutlich zu machen, was haben wir gelernt, was werden wir in Zukunft anders machen, um damit zu helfen, diesen großen Anschlag auch so zu überwinden, dass wir als Staat das Notwendige in Zukunft tun können.

Heute ist ein Tag der Trauer, aber auch ein Tag des Willens, das was nicht gut gelaufen ist, besser zu machen."