Berlin (SID) - Im ersten Moment war das Staunen groß: Das Internationale Olympische Komitee schloss Russland am 5. Dezember wegen systematischen Dopings von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang aus. Oh, dachten viele, eine drakonische Strafe für den Gastgeber der Winterspiele 2014, der von 2011 bis 2015 manipuliert und die olympische Idee verraten hatte.

Auf dem zweiten Blick entpuppte sich die Strafe jedoch als wachsweich. Saubere russische Sportler können nämlich in Pyeongchang doch starten, unter neutraler Flagge. Über 150 russische Athleten werden es wohl am Ende sein, die in Südkorea um Medaillen ringen, fast die alte Kaderstärke. Sie treten für das angeblich neutrale OAR-Team an, dessen Name "Olympic Athlets of Russia" gar nicht so neutral ist, weil es Russland im Namenszug führt.

Und wenn sich alle Russen an die Auflagen halten, dürfen sie schon zur Schlussfeier wieder unter eigener Flagge in vollem Ornat antreten. Ein feierliches Happy-End, so wollte es IOC-Präsident Thomas Bach, das auch einen Schlussstrich unter die jahrelange Doping-Krise ziehen soll. Es darf bezweifelt werden, dass das gelingt.