München (dpa) - Der Komponist Beat Furrer (63) erhält in diesem Jahr den Ernst von Siemens Musikpreis. Sein kompositorisches Lebenswerk erstrecke sich über alle musikalischen Gattungen und sei von geradezu suggestiver Kraft, befand die Jury am Dienstag in München.

Mit jedem neuen Werk führe er musikalische Ideen einen Schritt weiter und erkunde unbekanntes ästhetisches Terrain. Der Preis der Ernst von Siemens Musikstiftung gilt als eine der weltweit renommiertesten Auszeichnungen der klassischen Musik. Er ist mit 250.000 Euro dotiert und soll am 3. Mai im Münchner Prinzregententheater verliehen werden.

"Komponieren an sich würde mich nicht mehr interessieren, wenn ich den Eindruck hätte, ich würde ein bereits bewährtes Konzept reproduzieren, anstatt einen Schritt in eine neue Richtung zu machen", sagte Furrer. Aktuell arbeitet er an seiner neuen Oper "Violetter Schnee" nach einer Vorlage des russischen Schriftstellers Vladimir Sorokin.

Der 63-Jährige gilt als Spezialist für Neue Musik. Er wurde 1954 im schweizerischen Schaffhausen geboren. 1975 zog er nach Wien und studierte dort Dirigieren und Komposition. Sein Schaffen umfasst Solo- und Kammermusik sowie Werke für Ensembles, Chor, Orchester und Oper. Für Aufsehen sorgte er unter andrem mit dem Musiktheaterstück "FAMA" nach Arthur Schnitzlers Novelle "Fräulein Else", das 2005 bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführt wurde und für das er den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig erhielt.

Seit Mitte der 1980er Jahre ist Furrer österreichischer Staatsbürger. Er ist Träger des Großen Österreichischen Staatspreises und Ehrenmitglied der Wiener Konzerthausgesellschaft.

Der Siemens Musikpreis wird seit 1973 vergeben. Preisträger in früheren Jahren waren etwa der Dirigent Mariss Jansons oder die Geigerin Anne-Sophie Mutter.

Ernst von Siemens Musikstiftung