Hamburg/Kiel (dpa/lno) - Die Luftverschmutzung durch Diesel-Abgase in deutschen Städten ist 2017 zurückgegangen - bleibt in Hamburg und Kiel aber über dem Grenzwert. In der Hansestadt wurden nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) vom Donnerstag im Jahresmittel 58 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft gemessen - der Grenzwert zum Schutz der Gesundheit liegt bei 40 Mikrogramm. Ein Jahr zuvor lag der gemessene Wert noch bei 62 Mikrogramm. In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt waren es im vergangenen Jahr 56 Mikrogramm (2016: 65). Bundesweit wurde der Grenzwert nach ersten UBA-Schätzungen in rund 70 Kommunen statt wie 2016 in 90 Städten überschritten.

Die höchste Belastung mit Stickstoffdioxid (NO2) gab es trotz eines leichten Rückgangs in München. In der bayerischen Landeshauptstadt wurden im Jahresmittel 78 Mikrogramm gemessen. UBA-Präsidentin Maria Krautzberger sprach von einer Entwicklung in die richtige Richtung. "Wir sind aber noch längst nicht am Ziel." Aus Sicht der Behörde zeigen sich erste Wirkungen kommunaler Maßnahmen, die durch die Diesel-Debatte angestoßen wurden - etwa Tempolimits oder Straßen-Verengungen. Von Bund und Autoindustrie vereinbarte Maßnahmen wie neue Abgas-Software für ältere Diesel und Prämien für den Kauf sauberer Neuwagen reichten nicht aus. Gebraucht würden auch Umbauten an Motoren. "Nur so können wir die Gesundheitsbelastungen schnell und vor allem dauerhaft senken", betonte Krautzberger.

Informationen zum "Sofortprogramm für saubere Luft" des Bundes

Liste der Städte über dem NO2-Grenzwert 2016