Stuttgart (dpa) - Die Tarifparteien der Metall- und Elektrobranche im möglichen Pilotbezirk Baden-Württemberg werden an diesem Wochenende noch nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren.

Das sagte ein Arbeitgeber-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Ein möglicher Verhandlungstermin könne Anfang der kommenden Woche sein, hieß es aus Arbeitgeberkreisen.

Vergangenes Wochenende hatten die Vertreter der IG Metall Baden-Württemberg und des Arbeitgeberverbandes Südwestmetall die fünfte Verhandlungsrunde im laufenden Tarifkonflikt ergebnislos abgebrochen. Die IG Metall entschied daraufhin, 24-stündige Warnstreiks in bundesweit rund 275 Betrieben durchzuführen. Seit Mittwoch sind Zehntausende Metaller im Ausstand. Am Freitag soll es die Autobauer BMW, Audi, Daimler und Porsche treffen. Mancherorts stehen die Bänder bis in den Samstag hinein still.

Schon heute wurde vor allem die Autobranche getroffen. So brachte die IG Metall nach eigenen Angaben die Produktion in den Kölner Ford-Werken zum Erliegen.

"Kein Auto läuft vom Band", sagte IG-Metall-Streikleiter Benjamin Gruschka der Deutschen Presse-Agentur. Von den etwa 13.000 Mitarbeitern, deren Schicht eigentlich am Morgen begonnen hätte, seien nur ungefähr 50 sowie Manager am Arbeitsplatz. Die Beteiligung der Mitarbeiter sei sehr hoch und es gebe kaum Streikbrecher. Nach Gruschkas Angaben werden normalerweise 1500 Fiesta pro Tag in Köln produziert.

In Bayern und Baden-Württemberg standen große Autozulieferer im Fokus der IG Metall. Im Südwesten waren nach Angaben der Gewerkschaft am Donnerstag vor allem Bosch und Mahle betroffen. "Im Bosch-Werk in Feuerbach sind heute 14.000 Beschäftigte in der Frühschicht aufgerufen, ihre Arbeit ruhen zu lassen", sagte ein Sprecher der IG Metall. In Hessen hat die IG Metall unter anderem die Beschäftigten bei Bombardier, Rheinmetall und Volkswagen zu Warnstreiks aufgerufen. Bei VW in Baunatal gebe es zweistündige Warnstreiks in allen Schichten, sagte Elke Volkmann von der IG Metall. Hier geht es um den Haustarifvertrag beim Autoriesen.

Auch in Bayern lag der Schwerpunkt auf den Autozulieferern. Die IG Metall rief zu Warnstreiks unter anderem in mehreren Werken von Bosch, bei Grammer, Mahle, Getrag, Schaeffler, ZF Gusstechnologie und Federal Mogul auf.

Das Frankfurter Arbeitsgericht wird erst in knapp drei Wochen erstmals über die Rechtmäßigkeit der laufenden Warnstreiks verhandeln. Die zuständige Kammer habe nach Eingang der ersten Klage der sächsischen Metall- und Elektroindustrie den Gütetermin auf den 20. Februar festgesetzt, teilte das Gericht mit. Zu diesem  Zeitpunkt könnten die bundesweit laufenden Tarifauseinandersetzungen längst beendet sein. Der Arbeitgeberverband hatte auf eine Eilentscheidung verzichtet und lediglich eine Klage im sogenannten Hauptsacheverfahren eingereicht.