Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt bleiben die Anleger nach den erneuten Turbulenzen an den New Yorker Börsen zu Wochenschluss besonnen.

Der Dax eröffnete am Freitag mit einem knappen Minus von 0,23 Prozent auf 12 232,63 Punkte - angesichts eines 4-prozentigen Kurseinbruchs an der Wall Street ein beachtlich geringer Abschlag.

Der Mittelgroße-Werte-Index MDax sank im Frühhandel um 0,34 Prozent auf 25 183,21 Punkte, während der TecDax der Technologiewerte fast unverändert bei 2454,10 Zählern stand. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone fiel um weniger als 0,4 Prozent.

Die Angst vor steigenden Zinsen halte die US-Börsen im Würgegriff, sagte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Zu viele Anleger wollten dort "gleichzeitig durch die eine enge Türe", fügte er hinzu.

Als wichtigster Grund für die Kursrückgänge gilt die Sorge vor steigenden Zinsen in den USA. Steigende Zinsen begünstigen Anleihen im Vergleich zu Aktien und gelten daher als Gift für die Börse. Hinzu kommt: Ein Großteil der Finanzmärkte wird inzwischen durch Computerprogramme gesteuert. Werden bestimmte Kursmarken nach unten durchbrochen, werden automatisch und blitzschnell weitere Papiere auf den Markt geworfen. Das verstärkt den Kurssturz.

Dass der Dax mittlerweile nicht mehr blind nach unten folgt, dürfte auch eine Folge davon sein, dass in New York ein höherer Korrekturbedarf gesehen wird. Seit dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2016 ist der Dow Jones Industrial bis dato fast doppelt so stark gestiegen wie der Dax.