Pyeongchang (dpa) - DOSB-Präsident Alfons Hörmann hat die umstrittene Nominierung der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein für den Kreis der fünf Fahnenträger-Kandidaten für die Eröffnungsfeier bei den Winterspielen in Pyeongchang gerechtfertigt.

"Wir haben es deshalb getan, weil wir aufgrund der umfangreichen Recherchen und medizinischen Gutachten nach wie vor klar und deutlich davon überzeugt sind, dass Claudia Pechstein nicht Täterin, sondern Opfer war, ist und nach unserem Verständnis auch bleibt", erklärte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Die 45-jährige Pechstein galt als kontroverse Wahl, weil sie vor einigen Jahren aufgrund erhöhter Blutwerte wegen Doping-Verdachts gesperrt war. Der DOSB hatte vor drei Jahren ein medizinischen Expertengremium berufen, dass die Athleten vom Vorwurf des Doping entlastete. Pechstein selbst hatte eine vererbte Blut-Anomalie als Ursache ihrer erhöhten Blutwerte angeführt.

"Deshalb sehen wir gerade in ihrer Nominierung eine Form der Wiedergutmachung und Entschuldigung des Sports", meinte Hörmann. Die Tatsache, dass sie die Publikumswahl bei der Online-Wahl des Fahnenträgers gewonnen habe, sei eine "schöne Bestätigung für Claudia Pechstein, dass auch von den Bürgern fein unterschieden wird in der Causa".

Zum Fahnenträger war der Nordische Kombinierer und Olympiasieger von 2014 in Sotschi, Eric Frenzel, gewählt worden. Zu jeweils 50 Prozent zählten die Voten von Deutschlands Sportfans und den Mitgliedern des Team Deutschland.

Auf den Einmarsch bei der Eröffnungsfeier am Freitag in Pyeongchang, verzichtete Pechstein aus "sportfachlichen Gründen", wie Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig bekanntgab.

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