Frankfurt/Main (dpa) - Eine leicht schärfere Tonart der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Geldpolitik hat den Dax im Minus gehalten.

Der deutsche Leitindex gab bis zum frühen Nachmittag um 0,39 Prozent auf 12 197,31 Punkte nach. Seit dem Wochenbeginn hat sich das Börsenbarometer gleichwohl wieder um gut 2 Prozent nach vorn gearbeitet, obwohl es sich zwischenzeitlich auf dem tiefsten Stand seit Februar 2017 wiedergefunden hatte.

In der zweiten Börsenreihe ging es für den MDax um 0,19 Prozent auf 25 786,82 Punkte nach unten. Der TecDax der Technologiewerte hingegen zog um 1,43 Prozent auf 2632,58 Zähler an. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 wiederum legte nur leicht zu.

Europas Währungshüter tasten sich an einen Ausstieg aus ihrer ultralockeren Geldpolitik heran. Bei ihrer Zinsentscheidung verzichtete die EZB auf die zuletzt übliche Formulierung, dass sie ihre milliardenschweren Anleihenkäufe zur Stützung der Konjunktur ausweiten könnte, sollten sich die Rahmenbedingungen verschlechtern.

Volkswirte werteten das als Signal zur Vorbereitung der Finanzmärkte auf ein Ende der Geldflut, welche die Aktienmärkte bereits seit Jahren antreibt.

Den Leitzins im Euroraum beließ der EZB-Rat wie erwartet auf dem Rekordtief von 0 Prozent. Darüber hinaus will US-Präsident Donald Trump noch am Donnerstag die umstrittenen Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängen.

Bei den Unternehmen fielen die Aktien der Merck KGaA am Dax-Ende um fast 5 Prozent auf 77,10 Euro. Das Pharma- und Chemieunternehmen stellte für 2018 ein lediglich leichtes Umsatzwachstum aus eigener Kraft in Aussicht. Der Auto- und Motorradbauer BMW kann dank steigender Verkäufe die Sorgen um den Dieselantrieb weitgehend abstreifen. Die Papiere der Münchner lagen nur minimal im Minus.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,46 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,01 Prozent auf 139,29 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,20 Prozent auf 156,34 Punkte nach. Der Euro notierte zuletzt bei 1,2437 US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8041 Euro. Die EZB hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2417 (Dienstag: 1,2411) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,8054 (0,8057) Euro kostet.