Brüssel (dpa) - Die Euro-Finanzminister beraten in Brüssel über drängende Reformen im Banken- und Wirtschaftssektor. Die Minister des gemeinsamen Währungsgebiets wollen damit das Treffen der Staats- und Regierungschefs Ende des Monates vorbereiten.

Im Einzelnen geht es unter anderem um den Ausbau des Euro-Rettungsschirms ESM zu einem europäischen Währungsfonds. Auch die von vielen Experten geforderte Einführung eines gemeinsamen Sicherungssystems für Sparguthaben wird voraussichtlich diskutiert. Die sogenannte Einlagensicherung ist vor allem in Deutschland unbeliebt, da Banken hierzulande fürchten, im Notfall für Geldinstitute in anderen Ländern haften zu müssen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Dezember verkündet, bis März solle es dazu eine gemeinsame deutsch-französische Verständigung geben. Nach einem "Spiegel"-Bericht wird es wegen der langwierigen Regierungsbildung in Berlin vorerst nicht dazu kommen.

In Brüssel wird allerdings fest damit gerechnet, dass die Staats- und Regierungschefs im Juni grundsätzliche Reformen der Wirtschafts- und Währungsunion auf den Weg bringen können. Ziel ist, Europa besser vor künftigen Finanzkrisen zu schützen.

Die Euro-Finanzminister werden sich außerdem über den aktuellen Stand des Kreditprogramms für Griechenland austauschen. Für das Land stehen bis August Kredite in Höhe von bis zu 86 Milliarden Euro bereit. Es ist allerdings absehbar, dass Athen nicht die gesamte Summe benötigen wird.

Ins Zentrum der Diskussionen rücken nun zunehmend auch die Fragen, ob und wie Griechenland nach Ende des Hilfsprogramms auf eigenen Beinen stehen kann und wie die Überwachung des Spar- und Reformprozesses dort künftig aussehen könnte.

Agenda Eurogruppe

Bisherige Agenda EU-Gipfel 22./23. März

Übersicht zu Finanzhilfen für Griechenland

Kompromissvorschlag der EU-Kommission zur Einlagensicherung (11.10.2017)

Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der Wirtschafts- und Währungsunion, inklusive ESM (6.12.17)