Washington (dpa) - Der Nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster steht offensichtlich vor der Entlassung und eine weitere Schlüsselrolle in der US-Politik damit kurz vor der Neubesetzung. Nach Informationen des Senders CNN ist die Ablösung des Generals ausgemachte Sache.

Das Weiße Haus suche nach einer geeigneten Folgelösung, sowohl für die Funktion des Sicherheitsberaters, als auch für McMaster persönlich.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, hatte die seit Tagen kursierenden Spekulationen noch am Donnerstag zurückgewiesen. Trump und McMaster hätten entgegen anderslautender Medienberichte ein gutes Arbeitsverhältnis. "Es gibt keinen Wechsel beim Nationalen Sicherheitsrat", schrieb Sanders auf Twitter. Dies ist das Gremium dem McMaster vorsteht.

Auch die "Washington Post" hatte in der Nacht zum Freitag berichtet, die Ablösung sei ausgemacht. US-Präsident Donald Trump wolle den Wechsel jedoch möglichst verträglich gestalten, berichtete das Blatt unter Berufung auf fünf Quellen im Weißen Haus und McMaster nicht öffentlich erniedrigen.

McMaster könnte ins Militär zurückkehren und zum Vier-Sterne-General befördert werden. Seine Nachfolge im Weißen Haus ist offen. Als Kandidat wird auch der ehemalige Botschafter der USA bei den Vereinten Nationen gehandelt, der knallharte Falke John Bolton. Er gilt unter anderem auch als vehementer Kritiker einer Kooperation mit dem Iran.

Erst vor wenigen Tagen hatte Trump seinen Außenminister Rex Tillerson aus dem Amt geworfen, ohne selbst mit ihm geredet zu haben. Tillerson hatte nach Berichten aus seinem Ministerium via Twitter von seiner Entmachtung erfahren und selbst keinerlei Absichten, seinen Posten aufzugeben. Tillerson galt als moderat im Umgang mit dem Iran.

Im Mai steht in Washington eine Entscheidung an, ob die USA Teil des Atomabkommens mit der islamischen Republik bleiben wollen. Im Zuge seiner wegweisenden Entscheidung, Einfuhrzölle auf Stahl und Alumininium zu verhängen, hatte sich Trump auch von seinem Wirtschaftsberater Gary Cohen getrennt.

In Washington häufen sich die Stimmen, Trump sei gerade dabei, sein Umfeld personell komplett seinen politischen Bedürfnissen und persönlichen Vorstellungen anzupassen. Kandidat für eine Ablösung könnte nach einem Bericht der "New York Times" auch Stabschef John Kelly sein. Dieser hatte in der Affäre um Trump-Mitarbeiter Rob Porter unglücklich agiert und soll ferner mit Trump-Schwiegersohn und Präsidentenberater Jared Kushner im Clinch liegen.

Über eine Ablösung des Drei-Sterne-Generals McMaster (55) wird seit Wochen spekuliert. Der hochdekorierte Soldat kam ins Amt, weil der von Trump zunächst installierte Sicherheitsberater Michael Flynn - auch er ein Ex-General - im Februar 2017 im Zuge der Russland-Affäre zurücktreten musste. McMaster gilt als vergleichsweise moderat.

Noch nie war eine US-Regierung zu so einem frühen Zeitpunkt so sehr mit Abgängen, Rauswürfen und Wechseln konfrontiert wie unter Trump. Mit dem erst vor Tagen angekündigten Weggang von Trumps oberstem Wirtschaftsberater Gary Cohn und der abrupt vollzogenen Demission Tillersons scheint das Karussell noch nicht zum Stillstand gekommen zu sein. Neben McMaster und Kelly gelten auch weitere Regierungsmitglieder als gefährdet.

Sowohl die regierenden Republikaner als auch die oppositionellen Demokraten sehen die Personalpolitik des Weißen Hauses kritisch, vor allem wenn es um Sicherheitsfragen geht. "Wir zeigen der Welt, dass wir uns im Chaos befinden", sagte der demokratische Senator Chris Van Hollen am Freitag im Sender CNN.