Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Dienstag die Marke von 12.000 Punkten wieder zeitweise überschritten. Auch europaweit fassten die Anleger Mut.

Die Sorge vor einer Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China ließ etwas nach. Das trieb zudem den US-Dollar an und drückte zugleich den Eurokurs. Der deutsche Leitindex, der zum Wochenauftakt auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gerutscht war, legte nun wieder um 1,56 Prozent auf 11.970,83 Punkte zu.

Der MDax der mittelgroßen Werte stieg am Dienstag um 1,41 Prozent auf 25.489,57 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax legte um 1,71 Prozent auf 2555,32 Punkte zu. Europaweit sah es ähnlich aus.

Die USA und China verhandelten über etliche Ausnahmen von Strafzöllen. Zuvor hatte sich US-Finanzminister Steven Mnuchin "vorsichtig hoffnungsvoll" geäußert, dass es im Streit um Strafzölle eine Einigung geben könnte. Der Euro sank daraufhin wieder zeitweise unter 1,24 Dollar. Am Abend kostete er 1,2405 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2376 (Montag: 1,2411) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8080 (0,8057) Euro.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte um 1,17 Prozent auf 3316,95 Zähler vor und auch in Paris und London wurden Gewinne verbucht. An der Wall Street setzte sich die Erholungsrally fort. Der Dow Jones Industrial gewann nach einem fast dreiprozentigen Plus am Vortag bis zum Handelsschluss in Europa weitere 0,8 Prozent hinzu.

Die Automobilhersteller und ihre Zulieferer zählten wegen der Hoffnung auf ausbleibende US-Strafzölle für die Branche zeitweise zu den größten Gewinnern am deutschen Markt. Sie gaben ihre Gewinne zum Großteil dann jedoch wieder ab. Allen voran BMW, wo am Handelsschluss nur noch ein unterdurchschnittliches Plus von 0,7 Prozent zu Buche stand.

Im Blick standen auch die Papiere der Deutschen Bank, die um 1,1 Prozent zulegten. Der Druck auf Vorstandschef John Cryan nimmt zu, denn Investoren hinterfragen zunehmend, ob der 2015 als Sanierer angetretene Brite noch der richtige Mann an der Spitze des größten deutschen Geldhauses ist.

Im SDax litten die Anteile von Südzucker nach einer Gewinnwarnung am Vortag nun unter negativen Analystenkommentaren und büßten weitere 7,1 Prozent ein. Tags zuvor war es bereits um mehr als 4 Prozent abwärts gegangen.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von 0,34 am Montag auf nun 0,32 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 140,25 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,30 Prozent auf 159,24 Punkte zu.