Paris (dpa) - Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian hat die Angriffe der syrischen Armee auf die Rebellen-Hochburg Ost-Ghuta scharf verurteilt. Er sei in "extremer Sorge" angesichts von Berichten über einen neuerlichen Einsatz chemischer Waffen, erklärte Le Drian am Sonntag in einer Mitteilung. Der UN-Sicherheitsrat müsse schnellstmöglich zusammenkommen, um die Lage aufzuklären. Frankreich werde im Kampf gegen die Ausbreitung von Chemiewaffen "jede Verantwortung" wahrnehmen, hieß es.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hatte genau wie US-Präsident Donald Trump den Einsatz von Giftgas in Syrien immer wieder als rote Linie bezeichnet. Im März hatte Macron mit "gezielten Schlägen" gedroht, falls im Syrien-Krieg ein tödlicher Einsatz von Chemiewaffen unwiderlegbar bewiesen sei.

US-Präsident Donald Trump hatte via Twitter Moskau und Teheran eine Mitverantwortung an dem mutmaßlichen neuen Giftgasangriff in Syrien gegeben und Syriens Präsident Baschar al-Assad als "Tier" bezeichnet. Gleichzeitig kündigte er an, es sei dafür ein "hoher Preis" zu zahlen. Nun steigt in den USA der Druck auf den US-Präsidenten. Der republikanische Senator Lindsey Graham sprach von einem "entscheidenden Moment" in Trumps Präsidentschaft. Trump könne nun die Entschlossenheit zeigen, die sein Vorgänger Barack Obama nie gezeigt habe, sagte Graham in der ABC-Sendung "This Week".

Bei Angriffen auf die letzte Rebellenhochburg in Ost-Ghuta sollen seit Samstag mehr als 150 Menschen gestorben und mehr als 1000 verletzt worden sein. Hilfsorganisationen werfen der syrischen Regierung vor, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Sowohl Syriens Führung als auch ihr Verbündeter Russland wiesen die Berichte zurück. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich.