Potsdam (dpa) - Bei den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst hat die Spitzenrunde von Arbeitgebern und Gewerkschaften ein vorläufiges Ergebnis erzielt. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Potsdam.

Das Ergebnis soll am Nachmittag den Gremien der Arbeitgeber- und Gewerkschaftsseite vorgelegt werden. Details wurden zunächst nicht bekannt. Die Gewerkschaften hatten für die 2,3 Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Einkommen sowie einen Mindestbetrag von 200 Euro gefordert.

Verdi-Chef Frank Bsirske hatte am Vormittag gesagt, Arbeitgeber und Gewerkschaften seien «einer Einigung näher gekommen». Einige Hürden seien jetzt noch zu nehmen. Das Ergebnis, wenn es denn zum Abschluss komme, sei «sehr komplex».

Über ein Resultat der Verhandlungsführer soll noch am Verhandlungsort von den Gremien der verschiedenen Seiten entschieden werden. Das sind die Tarifkommissionen von Verdi und dbb sowie die Mitgliederversammlung der VKA mit den Vertretern der deutschen Kommunen. Erst wenn alle Seiten zustimmen, wären neue Warnstreiks vom Tisch. In der vergangenen Woche hatten die Ausstände unter anderem den Nahverkehr in deutschen Städten teils lahmgelegt.

Für die Kommunen ist die von den Gewerkschaften geforderte Anhebung der unteren und mittleren Einkommen um 200 Euro problematisch. Ihnen fehlen vor allem Fachkräfte in oberen Lohngruppen. Diese will VKA-Präsident Thomas Böhle insbesondere stärken.

Böhle hatte aber angekündigt, im Fall von Verbesserungen für Fachkräfte auch für die unteren Entgeltgruppen etwas zu tun. Aber auch die Forderung nach unterm Strich sechs Prozent mehr Geld ist den Arbeitgebern von Bund und Kommunen zu teuer.