Frankfurt/Main (dpa) - Nach dem kräftigen Anstieg vom Dienstag hat der Dax zur Wochenmitte weiter zugelegt. Der deutsche Leitindex kletterte in der ersten Handelsstunde um 0,15 Prozent auf 12 604,33 Punkte.

«Der dynamische Anstieg über das Top vom März zeigte eindrucksvoll, dass der Markt noch nicht für eine Korrekturbewegung reif ist», schrieb Commerzbank-Anlagestratege Christoph Geyer in seinem Morgenkommentar. Er sieht nun das Februar-Hoch von 12.651 Punkten als nächste Herausforderung. Knapp darüber wartet die viel beachtete 200-Tage-Linie, die als Indikator für den längerfristigen Trend gilt. Geyer traut dem Dax nun aber durchaus den Vorstoß in Richtung 12.900 Punkte zu.

Der Index der mittelgroßen Unternehmen MDax gewann am Mittwochmorgen 0,22 Prozent auf 25.952,65 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax legte um 0,17 Prozent auf 2654,11 Punkte zu. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 rückte ähnlich deutlich vor.

Nach einer Abstufung der Investmentbank Barclays konnten Daimler-Aktien allerdings nicht mitziehen und waren zeitweise gar schwächster Dax-Wert. Zuletzt gaben sie um 0,4 Prozent nach, während BMW ihr Niveau hielten und VW um 0,4 Prozent zulegten.

Analystin Kristina Church riet den Anlegern in ihrer Branchenstudie, Daimler-Papiere im Portfolio unterzugewichten. Für ihren Favoriten BMW, aber auch für VW sieht sie viel mehr Spielraum nach oben. VW kam zudem im Skandal um manipulierte Abgaswerte ein wichtiger Gerichtserfolg in den USA zugute. Der zuständige Richter Charles Breyer wies Klagen wegen Umweltverstößen in Salt Lake County und Hillsborough County ab.

Aktien von Airbus profitierten im MDax mit einem Plus von 2 Prozent von einer Kaufempfehlung von Jefferies. Das Wachstum, das in den Geschäftsjahren 2021 und 2022 winke, sowie das Ausschüttungspotenzial seien auf dem aktuellen Niveau noch längst nicht eingepreist, erklärte Experte Sandy Morris.

Für die Aktien von Deutz ging es im Nebenwerteindex SDax um 2,5 Prozent abwärts. Grund ist eine mögliche Wertkorrektur beim chinesischen Gemeinschaftsunternehmen Dalian, die laut dem deutschen Motorenbauer auch die eigenen Geschäftszahlen belasten könnte.