Eriwan (dpa) - In der Südkaukasusrepublik Armenien ist der Oppositionspolitiker Nikol Paschinjan bei der Wahl zum neuen Regierungschef im Parlament durchgefallen. Lediglich 45 Abgeordnete stimmten für ihn. Für eine Wahl hätte er jedoch 53 der 105 Stimmen benötigt.

Paschinjan war der einzige Kandidat für das Amt. Die regierende Republikanischen Partei, die das Parlament der Ex-Sowjetrepublik dominiert, verweigerte ihm jedoch die Zustimmung. Laut Verfassung muss das Parlament nun innerhalb einer Woche neu abstimmen.

Der 42-Jährige hatte in den vergangenen Wochen Zehntausende Anhänger mobilisiert und den Ministerpräsidenten Sersch Sargsjan zum Rücktritt gezwungen. Die Opposition spricht von einer "samtenen Revolution". Die Proteste waren entbrannt, weil sich Sargsjan nach zehn Jahren als Präsident zum Regierungschef wählen ließ.