Nürnberg (dpa) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat zum "Tag der Arbeit" Tarifverträge für möglichst alle Beschäftigten gefordert. Nur so lasse sich verhindern, dass einzelne nicht tarifgebundene Unternehmen "mit Dumpinglöhnen Schmutzkonkurrenz betreiben."

Das sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann auf der DGB-Hauptkundgebung in Nürnberg. Dabei sei besonders die neue Bundesregierung gefordert. Sie habe in ihrer Koalitionsvereinbarung angekündigt, die Tarifbindung zu stärken. "Wir werden nicht zulassen, dass es bei Absichtserklärungen bleibt", sagte der DGB-Chef vor rund 6500 Teilnehmern. Diese waren vorher durch die Stadt gezogen und hatten sich dann vor dem örtlichen Gewerkschaftshaus versammelt.

Der Verdi-Bundesvorsitzende Frank Bsirske forderte in Braunschweig die Politik auf, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. "Wir brauchen mehr staatliche Investitionen in die Daseinsvorsorge, in bezahlbaren Wohnraum, in Bildung und Erziehung, in die Alterssicherung. Da muss die Koalition jetzt zügig umsetzen, was sie sich vorgenommen hat", sagte der Gewerkschaftschef. Dabei dürfe die Politik aber nicht stehen bleiben, sondern müsse weit darüber hinaus gehen, wenn sie die Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger stärken wolle. "Investitionen in die gesellschaftliche Infrastruktur sind auch Gerechtigkeitspolitik", sagte Bsirske.