Daressalam (dpa) - Außenminister Heiko Maas hat in der tansanischen Hauptstadt Daressalam der afrikanischen Opfer des Ersten Weltkriegs gedacht. Am Denkmal für die afrikanischen Kämpfer in den europäischen Kolonialtruppen, die sogenannten Askari, legte er einen Kranz nieder.

Nach seiner Ankunft in Tansania hatte er betont, «dass 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg den afrikanischen Opfern zu wenig Erinnerung zugute kommt».  

Tansania gehörte von 1885 bis 1918 zu Deutsch-Ostafrika, der größten und bevölkerungsreichsten deutschen Kolonie in Afrika. Im Ersten Weltkrieg kämpften und starben Tausende Askari auf der Seite des deutschen Kaiserreichs im Krieg gegen die britischen, belgischen und portugiesischen Kolonialmächte. Die Gesamtzahl der Kriegstoten in Ostafrika geht in die Hunderttausende.

Die Kolonialgeschichte spielt im heutigen Tansania kaum noch eine Rolle. Auch Maas plädierte in Daressalam dafür, nach vorne zu schauen, ohne die Erinnerung zu verdrängen. «Wir wollen aus der Vergangenheit eine Brücke über die Gegenwart in die Zukunft schlagen», sagte er.

Nach dem Gedenken besuchte Maas eine Schule, an der Deutsch unterrichtet wird, und reiste dann weiter nach Arusha in der Nähe des Kilimandscharo, der mit fast 6000 Metern der höchste Berg Afrikas ist. Dort wollte der SPD-Politiker den Afrikanischen Gerichtshof für Menschenrechte und die Ostafrikanische Gemeinschaft besuchen. Die EAC ist eine regionale Wirtschaftsunion, der sechs Länder mit 170 Millionen Einwohnern angehören. Ostafrika ist nach Angaben der Weltbank die afrikanische Region mit dem höchsten Reformtempo.