München (dpa) - Topfavorit Alexander Zverev und Rekordsieger Philipp Kohlschreiber sind nur noch je einen Erfolg vom gemeinsamen Showdown beim ATP-Turnier in München entfernt.

Die deutschen Top-Tennisprofis zogen am Freitag souverän ins Halbfinale des Sandplatzevents ein und wollen den Zuschauern nun am Sonntag das erste rein deutsche Endspiel seit 2013 bescheren. «Natürlich bin ich heiß darauf, ins Finale einzuziehen», sagte Kohlschreiber nach seinem beeindruckenden 6:4, 6:4 gegen den Spanier Roberto Bautista Agut. «Ich bin gut drauf.»

Zuvor hatte Zverev den Davis-Cup-Teamkollegen Jan-Lennard Struff mit 6:3, 6:2 bezwungen. Er trifft nun auf den Südkoreaner Hyeon Chung und will Revanche nehmen für das Drittrunden-Aus bei den Australian Open.

Kohlschreiber spielt gegen den Sieger des letzten Viertelfinals zwischen Maximilian Marterer und Marton Fucsovics aus Ungarn. Nach den Vorstellungen der ersten drei Runden ohne Satzverlust ist der 34 Jahre alte Routinier am Samstag (15.00 Uhr) auf jeden Fall Favorit. «Ich habe drei sehr gute Siege eingefahren, wo ich bestimmt von Anfang bis Ende der bessere Spieler war», sagte Kohlschreiber.

Den an Nummer zwei gesetzten Bautista Agut besiegte er mit einem frechen Stopp beim Matchball nach 77 Minuten. Der Augsburger will zum sechsten Mal ins Finale und um seinen vierten Titel spielen. Vor fünf Jahren unterlag er im Endspiel gegen Tommy Haas. Langfristig hofft der Altmeister, noch einmal sein bestes ATP-Ranking anzugreifen, einen 16. Platz im Jahr 2012. Aktuell ist er 34. der Weltrangliste.

Zverev zeigte vor vollen Rängen auf dem Centre Court von Beginn an eine dominante und in den entscheidenden Phasen fehlerlose Partie. Vor allem beim Return überzeugte der Jungstar und nahm seinem sieben Jahre älteren Rivalen gleich die ersten beiden Aufschlagspiele ab.

Bei den Matches von Zverev und Struff im Viertelfinale des Vorjahres in München und zuletzt in Monte Carlo hatte stets ein dritter Satz die Partien entschieden. Diesmal aber war der Favorit zu stark, um es gegen den in der Weltrangliste um 59 Plätze schlechter positionierten Warsteiner noch einmal spannend zu machen. «Ich habe meinen Aufschlag nicht sieben oder achtmal verloren. Das hilft», resümierte Zverev im Rückblick auf Monaco, als er beim Service noch maßlos enttäuschte.

Nach 62 Minuten war die Partie vorbei und die Revanche im Halbfinale gegen Chung perfekt. Der beste deutsche Tennisspieler stellt sich auf eine harte Partie ein und verglich seinen Kontrahenten sogar mit Superstar Djokovic: «Er macht keine Fehler und ist ein bisschen wie Novak in dessen besten Zeiten. Er spielt gut von der Grundlinie.»

Chung setzte sich wie schon 2017 im Viertelfinale in München gegen Martin Klizan aus der Slowakei durch. Dank des 6:3, 6:4 darf der 21-Jährige von seinem ersten ATP-Finale träumen. Der Sieg beim Abschlussturnier der besten Nachwuchsspieler 2017, den sogenannten NextGen Finals, war sein bislang einziger internationaler Erfolg.

Immerhin: Der Asiate hat seine beiden bisherigen Duelle mit Zverev für sich entschieden, nämlich 2017 auf Sand in Barcelona und bei den Australian Open in Melbourne im Januar dieses Jahres in der dritten Runde auf dem Weg ins Sensations-Halbfinale.

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