Frankfurt/Main (dpa) - Der US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran ist an diesem Mittwoch am deutschen Aktienmarkt ohne große Wirkung geblieben. Der Dax rückte nach der ersten Handelsstunde um 0,12 Prozent auf 12.927,84 Punkte vor. Zahlreiche Unternehmen stehen mit Quartalszahlen im Fokus.

Für den MDax ging es um 0,27 Prozent auf 26.716,45 Punkte runter. Das Technologiewerte-Barometer TecDax gewann 0,23 Prozent auf 2751,79 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 notierte mit 0,17 Prozent im Plus bei 3564,01 Punkten.

Die USA hatten sich am Vorabend aus dem Atomdeal mit dem Iran zurückgezogen. Die im Rahmen des Abkommens ausgesetzten Sanktionen sollen in voller Härte wieder zum Tragen kommen. Am Ölmarkt trieb die Entscheidung die Preise in die Höhe. Am Aktienmarkt in New York haben die Anleger gelassen reagiert. An Asiens Börsen gab es moderate Verluste, aber auch dort waren die Anleger nicht wirklich beunruhigt.

Unter den Einzelwerten im deutschen Leitindex verbuchten die schwergewichteten Siemens Aktien als bester Wert Kursgewinne von fast 5 Prozent. Mit Vorlage der Quartalszahlen erhöhte der Industriekonzern seine Ergebnisprognose je Aktie für das Gesamtjahr. Gelobt wurden am Markt der starke Auftragseingang und die gut laufenden Digital-Geschäfte.

Die Telekom-Aktien waren indes mit einem Minus von mehr als 2 Prozent unter den größten Verlieren nach Vorlage von Zahlen und trotz Anhebung des Ausblicks. Marktbeobachter nannten dafür vor allem zwei Gründe: Zum einen seien die Papiere im Zuge der Fusion zwischen der US-Tochter T-Mobile US und dem Rivalen Sprint zuletzt gut gelaufen, zum andern steige durch die von Vodafone angestrebte Teil-Übernahme des Breitbandanbieters Liberty Global der Wettbewerbsdruck für den Dax-Konzern erheblich.

Im MDax sackten die Anteile von ProSiebenSat.1 nach Zahlenvorlage am Index-Ende um mehr 8 Prozent ab. Dem Fernsehkonzern ging im ersten Quartal aufgrund des Konzernumbaus unerwartet Umsatz durch die Lappen. Vorne im MDax waren die Anteile von Brenntag mit einem Plus von fast 4 Prozent. Analyst Philip Richards von Goldman Sachs lobte die Margenverbesserung des Chemikalienhändlers.

Mit einem Plus von rund 5 Prozent setzten sich im TecDax die Anteile von Dialog Semiconductor an die Index-Spitze. Der Chiphersteller will derweil seine Abhängigkeit vom wichtigen Kunden Apple weiter verringern.