Tunis (dpa) - Der aus Deutschland abgeschobene Terrorverdächtige Haikel S. soll in seinem Heimatland Tunesien vor Gericht gestellt werden.

«Eine faire Verhandlung für S. ist garantiert und die tunesische Rechtssprechung garantiert, dass es keine Folter oder Menschenrechtsverletzungen geben wird», sagte Justizsprecher Sofiane Selliti der Deutschen Presse-Agentur in Tunis, nachdem der als islamistischer Gefährder eingestufte Mann in dem nordafrikanischen Land angekommen war.

Haikel S. war am Mittwochmorgen von den hessischen Behörden nach langem juristischen Tauziehen nach Tunesien abgeschoben worden. Nach Angaben des hessischen Innenministerium werfen die tunesischen Behörden ihm vor, an mehreren Terroranschlägen beteiligt gewesen zu sein. Darunter soll auch der Anschlag mit zahlreichen Toten auf das Bardo-Museum in Tunis im Jahr 2015 sein.

Die tunesische Staatsanwaltschaft spricht davon, dass der Mann an mehreren Attentaten auf Sicherheitskräfte mitgewirkt haben soll oder diese mit geplant hat. Sprecher Selitti zufolge hatte das tunesische Justizministerium einen Antrag auf Auslieferung gestellt. Nun werde der Terrorverdächtige zunächst an die Staatsanwaltschaft verwiesen, bevor sich ein Anti-Terror-Gericht dem Fall annehme.