Frankfurt/Main (dpa) - An einem weiteren Höhepunkt der Berichtssaison hat der Dax am Mittwoch von einem starken Kursanstieg bei Siemens profitiert. Mit 12.943,06 Punkten brachte der deutsche Leitindex am Tag vor Christi Himmelfahrt insgesamt ein Plus von 0,24 Prozent über die Ziellinie.

Die runde Marke von 13.000 Punkten bleibt damit in Griffweite, ernsthaft nahe kam ihr der Dax aber erneut nicht.

Ohne die fast 4-prozentigen Kursgewinne bei den schwergewichtigen Siemens-Aktien hätte der Leitindex weniger gut ausgesehen. Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran blieb wie zuvor in Übersee auch hierzulande ohne große Wirkung. Börsianer stimmte er aus geopolitischen Gründen aber vorsichtig.

In der zweiten Börsenreihe war die Tendenz unterschiedlich und ebenfalls von Einzelwerten geprägt. Für den MDax ging es belastet von einem Kursrutsch bei ProSiebenSat.1 um 0,40 Prozent auf 26.681,62 Punkte bergab. Der Technologiewerte-Index TecDax jedoch gewann 1,02 Prozent auf 2773,40 Zähler. Hier stützten hohe Kursgewinne bei Dialog Semiconductor.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 schloss 0,33 Prozent höher bei 3569,74 Punkten. Regional gab es Gewinne in London, wo nach dem Aus für das Iran-Abkommen steigende Ölwerte den FTSE 100 stützten. In New York bewegte sich der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa knapp im Plus.

Unter den Einzelwerten waren Siemens-Aktien stark gefragt, nachdem der Industriekonzern mit der Vorlage der Quartalszahlen überzeugte und seine Ergebnisprognose je Aktie für das Gesamtjahr erhöhte.

Telekom-Papiere waren nach der Zahlenvorlage hingegen mit 1,4 Prozent unter den größten Verlierern zu finden - trotz eines ebenfalls angehobenen Ausblicks. Marktbeobachter nannten dafür zwei Gründe. Zum einen steige durch die vom Konkurrenten Vodafone angestrebte Übernahme des Kabelnetzbetreibers Unitymedia der Wettbewerbsdruck. Zum anderen habe es nach zuletzt gutem Lauf Gewinnmitnahmen gegeben. Auch die Titel des Konsumgüterkonzerns Henkel, dem im ersten Quartal Lieferprobleme in Nordamerika und der starke Euro zu schaffen machten, hatten es schwer. Sie verloren zum Schluss fast 1,5 Prozent.

Im MDax sackten die Anteile von ProSiebenSat.1 nach der Zahlenvorlage um mehr als 9 Prozent ab. Zuvor waren die Papiere des Medienkonzerns seit Mitte März aber auch um über 17 Prozent geklettert.

Der Euro berappelte sich am Mittwoch nach einem früh erreichten Jahrestief bei 1,1823 US-Dollar und kam dann sogar wieder der Marke von 1,19 Dollar nahe. Zuletzt wurden in der Mitte der Tagesspanne 1,1856 Dollar für die Gemeinschaftswährung bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Vortag auf 1,1870 Dollar festgesetzt.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von 0,36 Prozent am Vortag auf 0,39 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,17 Prozent auf 139,82 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,03 Prozent auf 158,87 Punkte nach.