Barcelona (dpa) - Die spanische Konfliktregion Katalonien steht möglicherweise kurz vor der Lösung ihrer monatelangen politischen Blockade.

Das Regionalparlament trat am Morgen in Barcelona zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden zusammen, um über die Kandidatur des Separatisten Quim Torra zum Regionalpräsidenten zu debattieren und anschließend abzustimmen. Im ersten Wahlgang hatte Torra am Samstag die nötige absolute Mehrheit der Stimmen verpasst.

Es gilt als relativ sicher, dass der 55-Jährige beim zweiten Votum, bei dem die einfache Mehrheit reicht, zum Regionalchef gewählt wird. Wann genau die Abstimmung stattfindet, war am Morgen noch unklar.

Seit der Neuwahl im Dezember ist dies der fünfte Versuch einer Regierungsbildung in Katalonien. Wenn es bis zum 22. Mai nicht geklappt hat, müssen die Katalanen erneut an die Wahlurnen.

Mit Torra, einem Anwalt und Schriftsteller, haben die Separatisten einen Kandidaten aufgestellt, der unbelastet von den Justizproblemen vieler anderer katalanischer Politiker in die Abstimmung geht. Puigdemont, der vor der spanischen Justiz ins Ausland geflohen war, hält sich weiter in Berlin auf. Er wartet dort auf die Entscheidung über seine Auslieferung an Spanien.