Cannes (dpa) - Der afro-amerikanische Regisseur Spike Lee hat US-Präsident Donald Trump heftig kritisiert. Lee sprach am Dienstag beim Filmfest Cannes zunächst über den Tod einer jungen Gegendemonstrantin bei den rechtsextremen Demos in Charlottesville im vergangenen Jahr.

"Wir haben einen Typen im Weißen Haus, ich werde nicht seinen Namen sagen, der diesen Moment nicht nur für Amerikaner, sondern für die ganze Welt verspottet hat", sagte der 61-Jährige.

"Dieser Motherfucker hat weder den (Ku-Klux-)Klan, noch die Ultra-Rechten und diese Nazi-Motherfucker an den Pranger gestellt. Das war ein entscheidender Moment, und er hätte der Welt, nicht nur den USA, sagen können, dass wir besser sind als das."

Der Filmemacher, der am Montagabend sein Drama "BlacKkKlansman" im Wettbewerb von Cannes vorgestellt hatte, holte in einem längeren Monolog noch weiter aus. "Die USA wurden auf einem Genozid der Ureinwohner und auf Sklaverei erbaut." Es sei Zeit, endlich aufzuwachen. Überall auf der Welt gebe es "diese rechtsextreme Scheiße". "Wir können nicht schweigen." Sein Film sei für ihn ein Weckruf.

"BlacKkKlansman" erzählt die wahre Geschichte eines schwarzen Polizisten, der Ende der 1970er Jahre eine Gruppe des Ku-Klux-Klans infiltrierte. Der Film offenbart dabei Parallelen zur Gegenwart, vor allem der US-Politik.

Festival Cannes

Festival bei Twitter

Festival bei Facebook